Donald Trump würde schnell Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine initiieren, wenn er im November gewählt werden würde. Das schreibt die Financial Times am Dienstag mit Verweis auf den ungarischen Ministerpräsidenten, der sich in den USA nach seiner Reise nach Kiew, Moskau und Peking mit Donald Trump getroffen hat. Laut Orbán müsse die EU direkte diplomatische Gespräche mit Russland beginnen und auch Peking involvieren, um auf den Moment eines Sieges von Trump vorbereitet zu sein. Dies schrieb Orbán in einem Brief an die Führungsebene der EU.
Orbán geht nach seinen Gesprächen davon aus, dass in den nächsten Monaten die Kämpfe in der Ukraine sich intensivieren werden. Das hat er auch in einem Bild-Interview mit Paul Ronzheimer betont. Orbáns jüngster Brief an die EU wurde von der Financial Times analysiert. Orbán sagt, dass Trump nach seiner Wahl sofort mit Friedensverhandlungen beginnen werde, er werde nicht auf die Amtseinführung im Januar warten. Die EU müsse selbst vorher Friedensverhandlungen in die Hand nehmen oder entscheiden, eigenmächtig die Verteidigung der Ukraine zu finanzieren.
J. D. Vance, republikanischer Senator in Ohio und der designierte Vizepräsident, falls Trump gewinnen sollte, hat schon im Februar in einem Gastessay in der Financial Times geschrieben, dass Europa mehr Verantwortung in Verteidigungsfragen übernehmen müsse. Dies drückte er auch bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Gespräch mit Ricarda Lang (Grüne) aus.
Laut Financial Times hat Trump einen Friedensplan ausgetüftelt, für den zwei Menschen vor allem verantwortlich sind: Keith Kellogg und Fred Fleitz vom America First Policy Institute. In dem Papier soll es heißen, dass die USA weiterhin die Verteidigung der Ukraine unterstützen werden, aber zur Bedingung machen, dass Kiew sich an Friedensverhandlungen beteiligt.
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