Ukraine-Krieg

Berichte: Russland will Militärausgaben für 2027 um 27 Prozent erhöhen

Russland plant für 2027 deutlich höhere Militärausgaben. Laut Berichten sollen sie um 27 Prozent auf 17,1 Billionen Rubel steigen.

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Russische Panzer vor Beginn der Militärparade zum 80. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 in Moskau.

Russische Panzer vor Beginn der Militärparade zum 80. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 in Moskau.

© Belkin Alexey/imago

Russland will seine Militärausgaben im kommenden Jahr offenbar deutlich erhöhen. Für 2027 sind nach Regierungsunterlagen, die der Nachrichtenagentur Reuters nach eigenen Angaben vorliegen, 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro) vorgesehen. Das entspreche einem Anstieg um 27 Prozent gegenüber den ursprünglich eingeplanten 13,5 Billionen Rubel. Auch der Finanzdienst Bloomberg berichtete unter Berufung auf eine mit den Haushaltsplänen vertraute Person über die Zahlen.

Für die kommenden drei Jahre sind laut Reuters insgesamt 50 Billionen Rubel für den Verteidigungshaushalt vorgesehen. Im laufenden Jahr hatte die russische Regierung dem Bericht zufolge ursprünglich 12,1 Billionen Rubel eingeplant. Die tatsächlichen Ausgaben für 2026 sind nach Angaben von Reuters jedoch nicht öffentlich zugänglich. Weitere Militärausgaben könnten in anderen Haushaltsposten enthalten sein.

Höheres Haushaltsdefizit in Russland

Nach den von Reuters eingesehenen Unterlagen soll das Haushaltsdefizit nach Schätzungen der russischen Regierung 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. Bislang waren 1,6 Prozent vorgesehen. Die Gesamtausgaben des Haushalts sollen dem Bericht zufolge im laufenden Jahr um 13,2 Prozent auf 48,6 Billionen Rubel zunehmen und damit auf 20,9 Prozent des BIP steigen.

Nach Angaben von Bloomberg wird das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr voraussichtlich bei 2,2 Prozent des BIP liegen; der vorherige Zielwert habe bei 1,2 Prozent gelegen. Zur Finanzierung der Lücke plant die Regierung demnach eine Steuererhöhung für Haushalte und Unternehmen. Laut Bloomberg antwortete der Pressedienst des russischen Finanzministeriums nicht unmittelbar auf eine Anfrage.

Die russische Regierung plant laut Reuters zudem, die Nettokreditaufnahme 2026 um 26 Prozent auf fünf Billionen Rubel zu erhöhen. Außerdem sollen 459 Milliarden Rubel aus dem Nationalen Wohlstandsfonds zur Finanzierung des Defizits eingesetzt werden. Die Einnahmeerwartungen aus Öl und Gas wurden für 2026 von 8,9 auf 7,6 Billionen Rubel gesenkt, berichtete die Nachrichtenagentur. Die russische Regierung soll ihren Haushaltsentwurf bis zum 1. Oktober dem Parlament vorlegen.

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Ukraine plant ebenfalls höhere Verteidigungsausgaben

Auch die Ukraine will ihre Verteidigungsausgaben im kommenden Jahr erhöhen. Nach einem Bericht von Reuters vom 16. September sieht der ukrainische Haushaltsentwurf für 2027 dafür 4,89 Billionen Hrywnja (rund 95 Milliarden Euro) vor. Das wären demnach zwölf Prozent mehr als im laufenden Jahr.

Die Verteidigungsausgaben würden damit etwa zwei Drittel der geplanten Gesamtausgaben von 7,27 Billionen Hrywnja ausmachen. Der ukrainische Finanzminister Serhij Martschenko sagte laut Reuters, das Land benötige 2027 internationale Finanzhilfen in Höhe von mehr als 52 Milliarden US-Dollar. Bislang hätten Partner rund 20 Milliarden Dollar zugesagt. In der Ukraine soll das Parlament ebenfalls bis zum 1. Oktober über den Haushaltsentwurf beraten und Änderungsvorschläge einreichen.

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