Berlin, ach wie beschaulich

Felix Zimmermann
2 Min

Könnte sein dieser Tage, dass man Leute in Berlin trifft, die a.) jung sind, b.) in seltsamen Klamotten herumlaufen und c.) dabei völlig orientierungslos geradezu durch die riesige Stadt irren. Sie werden auf der Suche nach den Wumms und Bumms sein, die Berlin in den letzten Jahren üblicher Weise (oder übler Weise) beherrschten. Denn es war ja so: Love Parade, die Stadt voll mit zugedröhnten Ravern (so nannte man die Fans der Wumms und Bumms in ihren übermäßig breiten Schlaghosen), drei Tage war die Stadt eine einzige Wumm-und-Bumm-Zone, und wer nicht mitmachen wollte, der suchte das Weite, stolperte aber am Sonntag abend bei der Rückkehr immer noch über immer noch besoffene oder sonst wie geplagte Raver.Und diesmal? Keine Love Parade, worauf die Anhänger dieser stadtweiten Tanzveranstaltung erstaunlich schnell reagiert haben: Sie haben ihre schon nach dem Verklingen des letzten Wumms und des allerletzten Bumms im vergangenen Jahr geplante Fahrt zur Love Parade storniert und auch die gebuchten Hotelzimmer abgesagt. Nur die armen Wummer und Bummer, die ihre Flüge nicht mehr stornieren konnten, sind zum Wumm-und-Bumm-losen Trip nach Berlin verdammt. Oder die, die nichts davon wissen, dass Berlin in diesen Tagen so ruhig und beschaulich wie lange nicht mehr sein wird. Die laufen jetzt in ihren verrückten Raverklamotten durch die Stadt und suchen die Wumms und Bumms. Müssen wir ihnen helfen? Seite 19

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