Straßenumbenennung

Berlin benennt Straße am Reichstag um: Dorotheenstraße wird Yad Vashem-Straße

Ein Abschnitt der Dorotheenstraße soll künftig den Namen der israelischen Holocaust-Gedenkstätte tragen. Die feierliche Umbenennung ist für den 85. Jahrestag der Wannseekonferenz vorgesehen.

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Nach einem Beschluss des Berliner Senats soll ein Abschnitt der Dorotheenstraße künftig den Namen der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad-Vashem tragen.

Nach einem Beschluss des Berliner Senats soll ein Abschnitt der Dorotheenstraße künftig den Namen der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad-Vashem tragen.

© Sebastian Gollnow/dpa

Der Berliner Senat hat beschlossen, einen Abschnitt der Dorotheenstraße im Bezirk Mitte in Yad Vashem-Straße umzubenennen. Die betreffende Strecke verläuft zwischen Ebertstraße und Wilhelmstraße in unmittelbarer Nähe des Reichstagsgebäudes und führt beidseitig am Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages vorbei, in dem Büros von Bundestagsabgeordneten untergebracht sind.

„Wir begrüßen die Entscheidung des Senats für die Straßenumbenennung sehr und bedanken uns auch ausdrücklich bei Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die diesen Prozess mit großem persönlichem Einsatz maßgeblich mit vorangetrieben hat", sagte der Vorsitzende des Freundeskreis Yad Vashem e.V., Kai Diekmann.

Die feierliche Umbenennung soll am 20. Januar 2027 stattfinden – dem 85. Jahrestag der Wannseekonferenz. Am 20. Januar 1942 hatten sich in einer Villa am Wannsee führende Vertreter des NS-Regimes versammelt, um die Organisation und Koordinierung des millionenfachen Mordes an der jüdischen Bevölkerung Europas zu beschließen.

Räumliche Nähe zum früheren NS-Machtzentrum

Auch die Lage des Straßenabschnitts hat historische Bedeutung. Die künftige Yad Vashem-Straße grenzt an die Wilhelmstraße, die während der NS-Diktatur das Machtzentrum des Regimes bildete. Dort befanden sich neben Hitlers Reichskanzlei auch das Reichssicherheitshauptamt, in dem der europaweite Mord an Juden geplant wurde.

„Es ist eine wegweisende Entscheidung, ausgerechnet diesen Abschnitt der Dorotheenstraße in Yad-Vashem-Straße umzubenennen", sagte Diekmann. Er sprach von „poetischer Gerechtigkeit".

Der Freundeskreis Yad Vashem e.V. verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, die Sammlungen und die Expertise der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Der Verein stärkt die Beziehungen zwischen der Gedenkstätte in Jerusalem und deutschen Institutionen und organisiert Ausstellungen und Kampagnen in Zusammenarbeit mit Yad Vashem. Zu den Initiativen zählen unter anderem #LichtZeigen sowie die Ausstellung „Sechzehn Objekte".

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