Denkwerkstatt Grenzenlos

Bürger-Diskussion im Roten Rathaus: Wie kann die Migration der Zukunft aussehen?

Brauchen wir eigentlich Grenzen? 25 Berliner und 25 Prager diskutieren im Dezember über Migration nach Europa, um die Streitkultur wieder aufleben zu lassen.

Maria Häußler
2 Min
Arbeiter befestigen Stacheldraht am Zaun entlang der ungarischen Grenze zu Serbien.

Arbeiter befestigen Stacheldraht am Zaun entlang der ungarischen Grenze zu Serbien.

© picture alliance/dpa/MTI/AP

Shitstorms, Hasskommentare und schreiende Verkehrsteilnehmer sind nicht nur in Berlin Normalität geworden. Ob AfD-Wähler oder Seenotretter, Autofahrer oder Klimaaktivist, die Fronten sind auf allen Seiten verhärtet. Die Menschen suchen Schutz unter ihresgleichen vor den vermeintlichen Feinden, und ihre Ansichten driften dadurch immer weiter auseinander. Claus Langbehn, Philosoph und Gründer der denkwerkstatt grenzenlos, möchte das gern ändern. Er sagt: „Was wir brauchen, ist eine Diskussion, die bereichert und nicht zerstört.“

Langbehn sieht im digitalen Zeitalter nicht weniger Chancen als Risiken. Die „sprachliche Brutalität“ und Verrohung führt er allerdings auf die Anonymität des Internets und die „fehlende Kompetenz“ im Umgang mit den digitalen Medien zurück. Ausgerechnet mit einer Diskussionsveranstaltung zur „Migration der Zukunft“ will Langbehn nun die Streitkultur, die in unserer Gesellschaft verloren gegangen sei, wieder aufleben lassen.

Die eine Hälfte der 50 Teilnehmenden kommt aus Berlin, die andere aus Prag. Sie sollen am 1. und 2. Dezember im Roten Rathaus Fragen zum Umgang mit Migrationsbewegungen nach Europa diskutieren: Wie bewerten wir die Politik der Europäischen Union vom Standpunkt unserer moralischen Empfindungen und Überzeugungen? Es soll auch um die grundsätzliche Frage gehen, wie offen die Grenzen sein sollen.

Neben zwei Diskussionsveranstaltungen beinhaltet das Programm einen Vortrag: Eine Referentin der FU Berlin bringt die Begriffe Heimat, Migration und Europa in einen Zusammenhang. Eine Panelveranstaltung widmet sich außerdem der Frage: Was ist europäische Identität? Langbehn plant, auch Geflüchtete aus der Ukraine einzuladen.

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Ob und wie die Ergebnisse die Politik beeinflussen könnten, ist noch offen. Claus Langbehn sieht schon in einer sachlich, leidenschaftlich und fair geführten Diskussion ein wichtiges Ziel und will eine möglichst heterogene Gruppe zusammenstellen. Interessierte können sich noch unter Angabe von vollständigem Namen, Adresse und Telefonnummer anmelden unter: [email protected].

Die Veranstaltung  wird von der Europäischen Kommission, der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Friede Springer Stiftung finanziert und vom Europäischen Parlament und Europe Direct Berlin unterstützt.

Diskussion im Roten Rathaus

Donnerstag, 1. Dezember, 15 bis 21 Uhr
Freitag, 2. Dezember, 10 bis 16 Uhr
Anmeldung: [email protected]
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