Kaum zu glauben, aber so war das in Berlin. Wo sich heute Fahrgäste drängen, patrouillierten bis nach dem Mauerfall DDR-Grenzsoldaten auf verdunkelten Bahnsteigen. Wo heute Bahnen halten, wurde früher mit Tempo 25 durchgefahren. Unerreichbar für die meisten DDR-Bürger polterten U- und S-Bahnen durch den Ost-Berliner Untergrund.
Akten der DDR-Staatssicherheit, die in der Stasi-Unterlagenbehörde lagern, halten die Erinnerung an die Zeit bis 1989 wach. An Fluchten, die auch in Richtung Osten gingen. An die 16 Geisterbahnhöfe und an den Grenzbahnhof Friedrichstraße. An die drei Transitstrecken, die zusammen 11,2 Kilometer lang waren. Die Berliner Zeitung hat anlässlich des Mauerbaus vor 65 Jahren in den Dokumenten geblättert.
„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“: Maxim Leos Buch, das verfilmt wurde, handelt von einer tollkühnen Flucht mit einer S-Bahn. Sie hat nie stattgefunden. Andere ungenehmigte DDR-Ausreisen fanden dagegen statt. In einem Fall sogar per Anhalter mit der U-Bahn.
Mauerbau
„Rein und hinlegen!“ Wie eine Familie mit der U8 aus der DDR floh
Sie warten bei Kerzenlicht, dann reisen sie per Anhalter aus. 1983 scheitert eine S-Bahn-Entführung unter Schüssen. Und einer flieht in den Osten – wegen eines dicken Herrn.
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Ein Zug der Linie U8 im U-Bahnhof Jannowitzbrücke in Mitte. Zu DDR-Zeiten war dies ein Geisterbahnhof. Seit dem 11. November 1989 halten hier wieder U-Bahnen. In der Nähe gelang 1980 eine Flucht.
© Anna Leopolder/imago
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