Olympia-Bewerbung

Berlin gibt auf: Was der Rückzug für den Segelstandort Rostock-Warnemünde bedeutet

Berlin wollte Warnemünde und ist jetzt raus, München wollte Warnemünde nicht. Doch KölnRheinRuhr will sich mit Warnemünde bewerben.

4 Min
Die Sail GP wurde kürzlich ebenfalls an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns ausgetragen.

Die Sail GP wurde kürzlich ebenfalls an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns ausgetragen.

© IMAGO/Claudius Rauch

Berlins Rückzug hätte für Rostock-Warnemünde und Olympia ein herber Schlag sein können – ist es aber nicht. Vor wenigen Minuten hat die Hauptstadt ihre Olympia-Bewerbung offiziell zurückgezogen. Berlin war einer von zwei Bewerbern, die das Ostsee-Revier als Segelstandort ausgewählt hatten.

Doch für Warnemünde bedeutet das Aus keineswegs das Ende der Hoffnung. Denn mit der Region KölnRheinRuhr hält ein zweiter Bewerber am Segelrevier an der Ostsee fest. Damit bleibt Warnemünde im Rennen - und die Ausgangslage vor der entscheidenden Abstimmung verschiebt sich sogar zugunsten der Ostseeküste.

Warum Berlins Aus Warnemünde nicht trifft

Berlin hatte sich seit längerem für Warnemünde als Segelrevier ausgesprochen. Mit dem Rückzug der Hauptstadt fällt dieser Fürsprecher nun weg.

Entscheidend ist aber: Warnemünde hängt nicht allein an Berlin. Auch die Region KölnRheinRuhr hat sich für das Ostsee-Revier entschieden, wie der DOSB laut NDR bestätigte. Damit übersteht der Standort den Berliner Rückzug ohne Schaden.

Ausgelöst wurde Berlins Aus durch die Landtagswahl. Am Sonntag ging die Linke als stärkste Partei aus der Abstimmung hervor. Die politische Grundlage für eine Bewerbung war damit entfallen.

Die verbliebene Chance heißt KölnRheinRuhr

Für Warnemünde konzentriert sich nun alles auf einen Bewerber: KölnRheinRuhr. Dass die Region auf das Ostsee-Revier setzt, kam überraschend.

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Rund zwei Wochen zuvor hatte sich der Segelverband Nordrhein-Westfalens in einem Positionspapier deutlich für Kiel als Segelstandort ausgesprochen. Am Ende fiel die Wahl dennoch auf die Ostsee.

Das bedeutet: Warnemünde wird nur dann olympisches Segelrevier, wenn sich KölnRheinRuhr als deutscher Bewerber durchsetzt. Die Chance ist damit zwar konzentriert, aber intakt.

Was das Revier zu bieten hat

Aus Sicht der Landespolitik bringt Warnemünde alle Voraussetzungen für olympische Segelwettbewerbe mit. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verweist auf die Kulisse an der Ostsee, die Segelbedingungen und eine bereits vorhandene, moderne Infrastruktur.

Konkret nennt Sportministerin Stefanie Drese die Yachthäfen Mittelmole und Hohe Düne sowie die neu gebaute Sportschule Warnemünde. Diese Ausstattung soll dazu beitragen, dass Spiele „tragfähig, bezahlbar und nachhaltig“ ausgerichtet werden können.

Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger sieht die Stadt als erfahrene Gastgeberin. Rostock wisse, wie große maritime Events organisiert werden, „und zwar sicher, professionell und mit den Menschen“.

Für Kröger wäre olympisches Segeln mehr als nur Sport: „Es wäre ein starkes Signal für den Standort Rostock und ein sichtbarer Beweis, dass wir auch auf höchstem internationalen Niveau Gastgeber sein können.“

Der Konkurrent bleibt Kiel

Warnemünde ist im Rennen um den Segelstandort nicht allein. München hat sich für Kiel entschieden  - und stärkt damit den Konkurrenten an der Förde.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach laut DOSB von einem „perfekten Match“. Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther verwies auf die Erfahrung mit der Kieler Woche und die gemeinsamen Spiele von 1972.

Nach Berlins Rückzug spitzt sich das Duell damit zu: Warnemünde gegen Kiel - entschieden über die Wahl zwischen KölnRheinRuhr und München.

Am 26. September fällt die Entscheidung

Über den deutschen Bewerber entscheidet der DOSB am 26. September auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Mit dem Ausscheiden Berlins richtet sich der Blick nun vor allem auf München und die Region KölnRheinRuhr.

Im offiziellen Prüfbericht des DOSB liegen beide fast gleichauf. München erhielt 87 von maximal 100 Punkten, Rhein-Ruhr kam auf 85 Punkte – beide mit der Note „sehr gut“. München geht mit knappem Vorsprung in die Wahl.

Für Warnemünde heißt das konkret: Die Ostseeküste wird zum olympischen Segelrevier, wenn KölnRheinRuhr diesen knappen Rückstand auf München aufholt.

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