Seit der Wende ist über Berlin ein wahrer Sternenregen heruntergegangen. Ein Fünf-Sterne-Hotel nach dem anderen eröffnete, zuletzt vor zwei Jahren das Hotel de Rome am Bebelplatz, das angetreten ist, dem Adlon und dem Ritz-Carlton den Rang als nobelste Herberge abzulaufen. Im Schlosshotel im Grunewald übernachtete bereits die deutsche Nationalelf, im Intercontinental steigen häufig Staatsmänner ab und das Regent ist bei Hollywoodstars beliebt. Das plüschige Westin Grand wurde noch zu DDR-Zeiten errichtet, Grand Hyatt und Swissôtel locken mit modernem Design. 22 Hotels auf Luxusniveau zählt die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), auch wenn nicht alle davon offiziell zertifiziert sind. Neun davon wurden vom Hotel- und Gaststättenverband in die Kategorie Fünf Sterne Superior eingeordnet. "So viele Luxushotels wie in Berlin gibt es nirgendwo sonst in Deutschland und wahrscheinlich auch in Europa nicht", sagt Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Berliner Hotel- und Gaststättenverbands. Und ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht.Am Hauptbahnhof will die Vivico ein weiteres Fünf-Sterne-Haus errichten, am Zoofenster baut eine Investorengruppe aus Abu Dhabi ebenfalls ein Luxushotel, allerdings haben beide Investoren noch keinen Betreiber. Kein Wunder, der Wettbewerb in diesem Segment ist schon seit Jahren hart und die Hoteliers klagen über im internationalen Vergleich zu niedrige Zimmerpreise. Zudem sind die Luxusherbergen selten komplett ausgebucht.Aber nicht nur im Luxussegment, auch bei den Drei- bis Vier-Sterne-Hotels und im Low-Budget-Bereich werden in den kommenden vier Jahren rund 50 Hotels neu gebaut. 1,5 Milliarden Euro werden investiert. Gleich fünf neue Häuser sind rund um den Alexanderplatz geplant, vom Vier-Sterne-plus-Haus bis zum Ein-Stern-Etap-Hotel. Am Hauptbahnhof sollen vier Hotels mit 1 200 Betten entstehen. Zu den größeren Projekten gehört das Hotel Andel's an der Landsberger Allee, das derzeit in der Rossi-Bauruine entsteht. Das Vier-Sterne-Haus soll im Frühjahr öffnen, hat 557 Zimmer und einen 4 000 Quadratmeter großen Kongressbereich. Ebenfalls im Frühjahr soll das Vier-Sterne-Superior-Hotel "John F" fertig sein, das die Gruppe Arcotel derzeit am Auswärtigen Amt auf dem Friedrichswerder baut. 193 Zimmer entstehen dort.Japanischer Garten mit WasserfallBesonders aktiv auf dem Berliner Markt sind spanische Hotelketten. Spanier stellen nach Briten, Italienern und Niederländern die größte Gruppe der Berlin-Touristen. Die Hotelkette Silken eröffnet im März ein Vier-Sterne-Hotel an der Lietzenburger, Ecke Nürnberger Straße. Es soll 205 Zimmer haben und als Besonderheit einen japanischen Garten mit Wasserfall. An der Friedrichstraße, zwischen Admiralspalast und S-Bahn-Trasse, will Hotusa 2010 das Vier-Sterne-Hotel "Eurostars" mit 221 Zimmern eröffnen. 2009 sollen die spanischen Vier-Sterne-Herbergen Aba-Hotel mit 216 Zimmern an der Lietzenburger Straße und das H 10 an der Joachimstaler Straße mit 175 Zimmern den Betrieb aufnehmen. Das erste Schwulen-Hotel Berlins, das Axel, das auch 2009 an der Lietzenburger Straße aufmachen soll, wird ebenfalls von Spaniern gebaut.Am Wachsen ist in Berlin seit geraumer Zeit auch der Billig-Hotel-Markt. 1996 eröffneten mit dem Circus Hostel und dem Mittes Backpacker die ersten Hostels in Mitte. Inzwischen gibt es laut BTM rund 14 000 Betten in mehr als 100 Hostels und Budget-Hotels. Die Kette MotelOne beispielsweise plant gleich zwei neue Häuser: Eines an der Urania mit 411 Zimmern, ein anderes in der Nähe von Schloss Bellevue mit 248 Zimmern. Beide sollen Ende 2009 fertig sein. "Die Budget-Hotels laufen sehr, sehr gut", sagt Lengfelder. Dass so viele neue Hotels gebaut werden, erklärt er damit, dass Berlin derzeit hip sei und jeder, vor allem junge Leute, hierher wollten und dass es sich keine größere Hotelkette schon aus Prestigegründen leisten könne, in der deutschen Hauptstadt nicht vertreten zu sein. Die BTM rechnet mit 20 Millionen jährlichen Übernachtungen bis 2010, derzeit sind es gut 17 Millionen pro Jahr, es ist also noch Potenzial vorhanden. Wenn der Markt aber im Zuge der Finanzkrise wie in diesem Jahr weiter stagnieren oder gar schrumpfen sollte, werde es schwer für die Hoteliers, so Lengfelder.------------------------------Luxus zum günstigen Preis97 000 Betten gibt es in 637 Beherbergungsbetrieben derzeit in Berlin - das sind mehr als in New York. Tendenz steigend. 2001 wurden noch 556 Hotels mit 63 492 Betten gezählt. Bis 2012 sollen rund 50 neue Hotels gebaut werden, so dass es dann 116 000 Gästebetten geben wird.Die Zahl der Übernachtungen steigt allerdings auch. 2000 waren es noch 11,41 Millionen, 2007 wurden 17,28 Millionen Übernachtungen gezählt.Die meisten Hotels liegen in Charlottenburg-Wilmersdorf (190), gefolgt von Mitte mit 115. Marzahn-Hellersdorf dagegen verfügt lediglich über 15 Hotels.22 Luxushotels haben sich in Berlin angesiedelt, das Hotel de Rome am Bebelplatz ist das jüngste. Die Konkurrenz ist so groß, dass man hier oft nur die Hälfte dessen zahlen muss, was Luxushotels beispielsweise in London kosten.------------------------------Foto: Die Konkurrenz unter den Fünf-Sterne-Hotels wird größer: Das Hotel de Rome am Bebelplatz kam als jüngstes hinzu.
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