Katastrophenschutz

Fast 300.000 Einwohner, 250 Feldbetten: Berlins Notfallplan hat einen Haken

Was passiert wenn in Berlin wieder tagelang der Strom ausfällt? Kreuzberg kennt viele Hilfsbedürftige im Ernstfall noch nicht genau – ein Bezirksvergleich.

André Beinke
André Beinke
7 Min
Im Bürgersaal vom Bezirksamt sind Feldbetten aufgebaut.

Im Bürgersaal vom Bezirksamt sind Feldbetten aufgebaut.

© Christophe Gateau/dpa

Es ist Januar 2026, kurz nach Mitternacht: Jemand zündet eine Kabelbrücke im Berliner Südwesten an. Innerhalb von Stunden sind rund 100.000 Menschen ohne Strom. Fünf Tage dauert es, bis die Stromversorgung wieder anläuft. Was wäre, wenn es heute Nacht wieder passiert? Friedrichshain-Kreuzberg, fast 300.000 Einwohner, einer der dichtesten Bezirke Deutschlands: Der gesamte Katastrophenschutz liegt auf den Schultern eines einzigen Menschen. Eines Mannes, der das Thema nur mit einem Zehntel seiner Arbeitszeit betreut. Bezirksstadtrat Andy Hehmke (SPD) sagt es selbst: „Das ist natürlich nicht hinnehmbar.” Das Problem seien aber nicht die Behörden, die den Ernst der Lage nicht kennen. Eher dass die Aufgabe wie ein ungeliebter Schwiegersohn behandelt wird.

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