Die sogenannte Herbstrebellion der Klimaschutzinitiative Extinction Rebellion geht am Sonntag weiter. Zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr ist ein Aktionstraining geplant. Ab 14.30 Uhr soll vom Henriette-Herz-Platz am Hackeschen Markt sehr langsam zum Lustgarten gelaufen werden. Die Teilnehmer verstehen sich als „menschliche Klimastreifen“. Vor dem Alten Museum wird dann gesungen und meditiert.
Die Aktivisten, die am Freitag im Invalidenpark nahe dem Hauptbahnhof ein Protestcamp aufgebaut hatten, haben angekündigt, an mehreren Orten in Berlins Innenstadt mit „störenden Straßenfesten“ den Verkehr behindern.
Extinction Rebellion räumt Kreuzung am Schlesischen Tor
Am Sonnabend blockierten sie eine Kreuzung am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg, erklärte ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung. Kurz darauf postete Extinction Rebellion Fotos von der Sitzblockade auf Twitter. Der nicht angemeldete Protest sollte der Auftakt für die bis 20. September angekündigten Aktionstage sein, hieß es.
Einige Aktivisten hatten sich am Sonnabend unter den Bahngleisen des U-Bahnhofs Schlesisches Tor auf die Straße gesetzt. Einige andere stellten ein Fahrzeugwrack auf die Kreuzung, auf dem der Slogan „Straßen den Menschen“ geschrieben stand. Eine Rednerin tönte mit einem Mikrofon Forderungen vom Dach eines Transporters. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich mehr als 200 Personen an der Aktion, laut Extinction Rebellion waren es sogar 350.
Die Polizei hat die Demonstranten am Sonnabend aufgefordert, die Fahrbahnen frei zu machen. „Wir haben ihnen einen alternativen Versammlungsort angeboten, damit der Verkehr hier nicht beeinträchtigt wird“, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. Da die Störer das Angebot nicht angenommen hatten, wurde die Kreuzung von Einsatzkräften geräumt. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden weggetragen. Einige hatten sich laut Polizei auf der Fahrbahn festgeklebt. Gegen sie wird unter anderem wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und Nötigung ermittelt.
Demo in Berlin: Extinction Rebellion färbt die Spree grün
Bereits am Donnerstag hatte die Bewegung neue Blockaden und Störaktionen im Berliner Regierungsviertel angekündigt. Damit solle gegen die sich anbahnende Gaskrise rebelliert und für einen schnellen Ausstieg aus den fossilen Energien demonstriert werden, erklärten die Klimaschützer.
Vor einer Woche hatte Extinction Rebellion grüne Farbe in die Spree im Regierungsviertel geschüttet – als Symbol für die Auswirkungen der Klimakatastrophe auf der ganzen Welt.
Auch die Gruppe Letzte Generation hat für den Herbst weitere Blockadeaktionen angekündigt. Die Gruppe war nach einem Klima-Hungerstreik in Berlin vor einem Jahr entstanden und blockierte immer wieder Autobahnausfahrten und andere Verkehrswege in vielen Städten. Zuletzt klebten sich Demonstranten an Kunstwerke in Museen und störten Bundesliga-Fußballspiele.
Polizeibericht Berlin
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