Eine Woche vor Schulbeginn erhielt Guido Richter eine Einladung zu einem Meeting: Die neue Lichtenberger Stadträtin wolle sich mit ihm und anderen Schulleitern zusammensetzen, um „schulorganisatorische Maßnahmen“ zu besprechen, gleich übermorgen. Es klang dringend.
Richter ist Schulleiter an der Orankesee-Schule in Berlin-Lichtenberg, dem Bezirk, der so schnell wächst wie kaum ein anderer, was an den vielen jungen Familien liegt, die hierherziehen, aber auch an den vielen Flüchtlingsheimen im Osten der Stadt. Mehr als 40 Prozent der Geflüchteten Berlins sind allein in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Pankow untergebracht. Eine Ungleichverteilung, die für hohe AfD-Wahlergebnisse, aber auch für Streit zwischen Schulen und Politikern sorgt. Und dieser Streit hatte nun, da die Stadträtin zur Krisensitzung rief, seinen Höhepunkt erreicht.
Berlin-Lichtenberg in Aufruhr: Geheimplan für die „Kuschelschule“
Die Erweiterung einer Schule war beschlossen, dann hatte die neue Schulstadträtin eine Idee. Fünf andere Schulen sollten leiden. Ein Lehrstück über Demokratie und Widerstand.
Anja Reich
Wiebke Hollersen
12 Min
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Kampf um die Schulen: Kinder und Eltern kamen deshalb am Donnerstag in die Bezirksverordnetenversammlung von Lichtenberg.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung
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