Der Rasen vor der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin-Mitte ist gelb von der Trockenheit der letzten Wochen. Ein Loch ist ausgehoben, ein Berg staubig-grauen Berliner Bodens liegt daneben. Und ein Baum wartet darauf, in das Loch gesetzt zu werden. Noch ist er in einem Topf, der eine Banderole in Schwarz-Rot-Gold trägt und in dem eine kleine israelische Flagge steckt. Man möchte dem Baum Mut zusprechen, wenn man den Standort sieht, an dem er wachsen soll.
Es ist ein symbolischer Baum. Eine Kupfer-Felsenbirne, sagt ein Sprecher der israelischen Botschaft. Ein Zeichen der Freundschaft, Verbundenheit und Hoffnung, sagen die beiden Männer, die ihn gleich einpflanzen wollen, Omid Nouripour, Vorsitzender der Grünen, und Ron Prosor, der Botschafter Israels in Deutschland.
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Israel ist im Mai 75 Jahre alt geworden und hat aus diesem Anlass den Grünen in Deutschland 75 Bäume geschenkt, „die wir bundesweit einpflanzen dürfen“, wie Nouripour sagt. Der Jüdische Nationalfonds stellt die Pflanzen bereit. Der Baum vor der Heinrich-Böll-Stiftung ist der erste. Nouripour nennt die Existenz des Staates Israel ein Wunder, er lobt das Land als Vorbild im Kampf gegen den Klimawandel. Vom Umgang mit Wassermangel könne man viel von Israel lernen. Nouripour sagt, dass die Grünen sich revanchieren und Israel ebenfalls 75 Bäume schenken werden, für den „Wald der deutschen Länder“, eine Initiative zur Wiederaufforstung der Wüste Negev.
Es wird also 150 neue Bäume in beiden Ländern geben. Ron Prosor erzählt eine Geschichte aus dem Talmud, von einem Mann, der einen Johannisbrotbaum pflanzt, der erst in 70 Jahren Früchte tragen wird. So, wie seine Vorfahren für ihn gepflanzt haben, pflanze er für seine Kinder. Heute pflanze man mit dem Gedanken an die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen.
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Dann kommt der Baum in das Loch, er bekommt frische, dunkle Erde und Hornspäne, wird angegossen. Die Heinrich-Böll-Stiftung soll zu Standort und Sorte recherchiert haben, heißt es. Die Kupfer-Felsenbirne stammt ursprünglich aus Nordamerika, wird aber schon seit Jahrhunderten in europäischen Parks gepflanzt. Es handelt sich eher um einen Strauch, der aber bis zu zehn Meter hoch werden kann und dann an einen Baum erinnert. Seine Blätter sind im Herbst kupferfarben.
Auf einer Garten-Website erfährt man: Der Anspruch der Kupfer-Felsenbirne an den Boden ist gering. Auch sonst wird sie als anspruchslos beschrieben, sie vertrage Frost, Nässe, aber auch zeitweilige Trockenheit. Kurz nachdem der neue Baum in Berlin in der Erde ist, fängt es an zu regnen. Bestimmt ist das ein gutes Zeichen.
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