„Berlin ist eine Sommerstadt“ und „In den warmen Monaten weiß man, warum es sich lohnt, den schlimmen Berliner Winter durchzustehen: alle Menschen sitzen draußen, in Straßencafés und Restaurants, auf den Bürgersteigen.“ So oder so ähnlich wurde mir das Märchen vom Berliner Sommer etliche Male erzählt, bevor ich nach Berlin zog, und ich wollte es nur zu gern glauben. Immerhin standen die Stadt und ich noch am Anfang unserer Beziehung – ich wollte an ihre Einzigartigkeit glauben.
Erst etwas später dämmerte mir, dass man in der warmen Jahreszeit in jeder Stadt draußen sitzen kann und dass dieses Argument mitnichten eine außerordentliche Qualität dieser Stadt ausmacht. Nun, etwa zwei Jahre später, mag ich Berlin immer noch – aber dafür ist ganz sicher nicht der Berliner Sommer verantwortlich.
Kommentar
Berlin ist eine Sommerstadt? Nichts als heiße Luft!
Berlin sei die beste Stadt für den Sommer, heißt es. Von wegen, findet unsere Autorin. Eine Abrechnung zwischen Freibad-Bürokratie, Beerenkampf und Hitzekoller.
7 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Zwischen Freibad-Buchungen, überfüllten S-Bahnen und Hitzestau zeigt sich: Berlin ist im Sommer alles, außer leicht und lebendig.
© Fotoillustration: Berliner Zeitung am Wochenende. Fotos: Unsplash, Imago
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*