Der Tourismus in Berlin ist im ersten Halbjahr leicht geschrumpft. Rund 5,9 Millionen Menschen besuchten die Hauptstadt in den ersten sechs Monaten, ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei den Übernachtungen fiel der Rückgang mit 2,7 Prozent noch deutlicher aus. Die Daten stammen vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.
Besonders auffällig ist, wer fehlt: Der Rückgang geht fast vollständig auf internationale Gäste zurück. Für Hotels, Handel und Kulturbetriebe der Stadt ist das ein Warnsignal. Und für den Tourismusverband Visit Berlin der Grund, viel Hoffnung auf die zweite Jahreshälfte zu legen.
Wie stark ist der Tourismus in Berlin gesunken?
Die Gesamtbilanz wirkt auf den ersten Blick stabil. Mit 5,9 Millionen Gästen lag die Besucherzahl nur knapp unter dem Vorjahr.
Deutlicher zeigt sich der Trend bei den Übernachtungen. Sie sanken um 2,7 Prozent auf 13,6 Millionen. Gäste kommen also nicht nur seltener, sie bleiben im Schnitt auch kürzer.
Warum bleiben ausländische Gäste weg?
Den größten Anteil am Minus tragen Reisende aus dem Ausland. Knapp zwei Millionen Berlin-Besucher kamen laut Statistikamt aus anderen Ländern als Deutschland.
Sie buchten zusammen 5,2 Millionen Übernachtungen. Bei der Gästezahl bedeutet das ein Minus von 4,1 Prozent – bei den Übernachtungen sogar von 6,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. Der internationale Reiseverkehr bricht damit stärker weg als jede andere Kennzahl.
Welche Länder schicken die meisten Berlin-Touristen?
Die meisten internationalen Gäste reisten aus Europa an – rund 1,47 Millionen. Kein Land war dabei so stark vertreten wie das Vereinigte Königreich.
Auf Platz zwei der wichtigsten Herkunftsländer folgen die USA. Doch auch bei amerikanischen Reisenden gingen Besucherzahlen und gebuchte Übernachtungen deutlich zurück.
Inlandstourismus wächst – doch die Gäste bleiben kürzer
Ganz anders sieht es bei Reisenden aus Deutschland aus. 3,9 Millionen Inlandsgäste zählten die Statistiker im ersten Halbjahr, ein Plus von 1,8 Prozent.
Der Haken: Sie blieben weniger lang. Die Zahl ihrer Übernachtungen sank leicht um 0,3 Prozent auf 8,3 Millionen.
Das Wachstum aus dem Inland konnte den Verlust bei den Auslandsgästen also nicht ausgleichen.
Worauf Visit Berlin für das zweite Halbjahr setzt
Der Tourismusverband Visit Berlin richtet den Blick nun nach vorn. Große Messen, Sportveranstaltungen und Kongresse sollen frische Nachfrage bringen.
„Mit den großen Messen wie der IFA oder der Innotrans, Sportevents und Kongressen im zweiten Halbjahr hat Berlin gute Voraussetzungen, zusätzliche Nachfrage zu gewinnen und neue Zielgruppen anzusprechen“, teilte Co-Geschäftsführer Jürgen Amann mit.
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Co-Geschäftsführerin Sabine Wendt betonte, es sei wichtig, „aufmerksamkeitsstarke Reiseanlässe und attraktive Angebote zu entwickeln, die Berlin als Reiseziel noch erlebnisreicher machen und Gäste zu längeren Aufenthalten motivieren“.
Berlin-Tourismus noch weit unter dem Rekordjahr 2019
Die Schwäche ist kein neues Phänomen. Schon im vergangenen Jahr registrierte das Statistikamt lediglich 29,4 Millionen Übernachtungen – über eine Million weniger als im Jahr davor.
Vom bisherigen Höchststand ist die Stadt noch ein gutes Stück entfernt. Im Rekordjahr 2019 zählte Berlin 34 Millionen Übernachtungen. (mit dpa)
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