Berlin von außen

Thorkit Treichel
2 Min

Seit Berlin Hauptstadt ist, fragen wir uns, ob wir dem Metropolen-Vergleich standhalten. Kann man Berlin mit Paris, Rom oder London in einem Atemzug nennen? Man kann, sagt die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) und beruft sich auf fünf britische Reisejournalisten. Diese haben im BTM-Auftrag die deutsche Hauptstadt auf ihre Shopping-Tauglichkeit getestet und sollen begeistert von einer Erkundungstour durch Prenzlauer Berg sowie einem Abstecher zum KaDeWe zurückgekehrt sein. Einen anderen Eindruck hat eine junge Engländerin gewonnen. Sie war privat in Berlin, zum ersten Mal, und hat lediglich bei einem Straßenhändler am Kudamm eine Matrjoschka gekauft, die aus sowjetischen Staatschefs besteht - von Gorbatschow bis Lenin. Ohnehin gefiel ihr an Berlin das Sowjetische am besten: das Ehrendenkmal im Treptower Park, die Frankfurter Allee. Im KaDeWe hielt es die Touristin am Sonnabend hingegen nur kurz aus. Es störte sie, dass die Deutschen keine Schlangen bilden, sondern drängeln, wenn es eng wird. Auch in Cafés fühlte sie sich nicht so wohl. Zwar war alles billig, doch anders als daheim in Sheffield flirteten die männlichen Kellner nicht mit ihr. Beeindruckt war die Mutter zweier Kinder jedoch von den Spielplätzen. Sie seien besser ausgestattet und sauberer als die englischen. Offenbar wird auch das moderne Berlin alte Klischees nicht los. Die Deutschen gelten weiterhin als ordentlich und sauber - und als uncharmant. Das klingt nicht sehr international.

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