Fünf Wochen vor Heiligabend profitieren in Berlin erste Gefangene von der sogenannten Weihnachtsamnestie. Insgesamt werden in diesem Jahr 97 Straftäter vorzeitig entlassen, wie die Senatsjustizverwaltung auf Anfrage mitteilte. Damit bleibt die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (99) nahezu gleich, ist jedoch deutlich geringer als in früheren Jahren: 2022 wurden 170 Häftlinge begnadigt, 2019 ebenfalls 170. Die endgültigen Zahlen zur Weihnachtsamnestie, offiziell als Gnadenerweis bezeichnet, liegen erst Anfang 2025 vor.
Die Regelung gilt nur für Häftlinge, die ohnehin zwischen dem 14. November und dem 3. Januar 2025 entlassen worden wären, keine langen Haftstrafen verbüßt haben, nicht negativ aufgefallen sind und ein festes Zuhause nachweisen können. Ziel der Maßnahme ist es, den Entlassenen ein schönes Fest zu ermöglichen und ihre Wiedereingliederung zu erleichtern.
Wo die meisten Berliner Häftlinge freigelassen werden
Die meisten Betroffenen (48) sitzen in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee in Charlottenburg ein, 15 in der Anstalt Heidering auf Brandenburger Gebiet, darunter auch 9 Frauen. Insgesamt sind derzeit rund 3550 Menschen in Berlin inhaftiert (Stand: 13. November).
Weihnachtsamnestien gibt es in den meisten Bundesländern, wobei 2023 bundesweit etwa 1000 Häftlinge frühzeitig entlassen wurden. Bayern bleibt weiterhin eine Ausnahme, da das Bundesland auf diese Begnadigungen grundsätzlich verzichtet.
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