Leo Grande behauptet seiner Mutter und seinem Bruder gegenüber, er würde auf einer Bohrinsel arbeiten. Ein guter Trick, um nie im Büro besucht zu werden und auch schlechten Handyempfang vorzutäuschen. In Wirklichkeit bietet er anderen Menschen für Geld ein paar schöne Stunden mit ihm an – Gespräche, Händchenhalten; im Grunde geht es um Sex. Nancy Stokes, pensionierte Religions-Lehrerin, verwitwet, bucht ihn, um eine Lücke in ihrer persönlichen Lebensbilanz zu schließen: Sie hatte noch nie einen Orgasmus. Welch ein Glück fürs Publikum im Kino! Denn von allen Filmen, die während dieser Berlinale in der inoffiziellen Kategorie „Sex 50+“ laufen, ist „Good Luck to You, Leo Grande“ mindestens der lustigste. Er bekommt auch eine hohe Wertung in puncto gesellschaftlicher Relevanz: Die Regisseurin Sophie Hyde legt hier die schlechten Selbstbilder von Frauen offen und die Unfähigkeit vieler Menschen, ihren nächsten Verwandten mit Respekt zu begegnen.
Berlinale Special Gala
„Good Luck to You, Leo Grande“: Der lustigste Sex-Film auf der Berlinale
Hinreißend spielt Emma Thompson eine pensionierte Lehrerin, verführerisch agiert Daryl McCormack als bezahlter Lover in einem Kammerspiel von Sophie Hyde.
3 Min
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Leo (Daryl McCormack) und Nancy (Emma Thompson). Am Negligé hat sie das Preisschild vergessen.
© Berlinale/Nick Wall
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