Ich weiß, die meisten von Euch hier sähen mich am liebsten von hinten oder gar nicht, da nutzt es mir auch nicht viel, dass ich es inzwischen wieder in die Medien geschafft habe und sehr viel Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Nicht alles, was prominent ist, wird ja auch geliebt. Es wird gebraucht, weil die Menschen projizieren wollen: Sehnsucht, Bedürftigkeit oder Hass, je nachdem, was ihnen gerade Leidensdruck verschafft. Mir ist schmerzhaft bewusst, dass mir Eure Sympathie ein Leben lang versagt bleiben wird, selbst wenn man mir – meiner Bekanntheit geschuldet – eines Tages in dieser Zeitung eine eigene Kolumne oder anderswo einen Moderatorenjob anbietet. Ich wünsche mir Eure Sympathie, aber da könnte ich mir auch gleich wünschen, die Oberweite von Heidi Klum zu haben. Ich weiß, meine Gestalt, meine Farbe und mein Geruch bringen nur das Gegenteil bei Euch hervor: nämlich unausrottbare Ekelgefühle. Ich verstehe das. „Schön“ ist was anderes.
Tiere
Berliner Biester: Wie es ist, eine Bettwanze in dieser Stadt zu sein
Obwohl sie zurückgekehrt ist in die Schlagzeilen, fühlt sich die Bettwanze nicht gesehen. Nun hält sie der Menschheit den Spiegel vor: Wer ist hier eigentlich das größere Miststück?
6 Min
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Kommen hier die Körperfresser? Nein, nur die Cimex lectularius, die aber in Scharen.
© Maria Jesus Contreras für Berliner Zeitung am Wochenende
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