Fördermittel

Protokoll eines Skandals: Wie die Berliner Kulturverwaltung ihre eigenen Warnungen ignorierte

Der Kampf gegen Antisemitismus sollte im klammen Berlin auch mit Fördermitteln geführt werden. Leider ging dabei wenig mit rechten Dingen zu. Zum Stand der Dinge.

7 Min
Pressekonferenz im Roten Rathaus.  Kai Wegner stellt die neue Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson vor.

Pressekonferenz im Roten Rathaus. Kai Wegner stellt die neue Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson vor.

© Maurizio Gambarini/imago

Die Bürokratie hat einen schlechten Leumund. Sie mache das Einfache kompliziert, raube Impulsen den Schwung, bremse das politische Handeln, in dem sich Volkes Wille verwirklichen soll. Zu selten ist von der Schönheit und zivilisierenden Kraft der Bürokratie die Rede, sie war es – nicht etwa die Poesie – für die die Schrift erfunden wurde, in ihr können sich Menschen aus ihren tribalen Gemeinschaften befreien und zur organisierten Gesellschaft zusammenfinden, konfligierende Interessen aushandeln, nach unbestechlichen Regeln und effizienten Prozessen in Eintracht miteinander leben. Ohne Bürokratie gibt es keine zivilisierte Herrschaftsform und erst recht keine Demokratie, sie reguliert die Machtverhältnisse, je filigraner, desto gerechter – und desto verletzlicher.

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