Die Mehrheit der Bevölkerung will angeblich ein Böllerverbot. So steht es in den Ergebnissen einer Umfrage der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Die Bevölkerung ist bereit für ein Umdenken an Silvester“, erklärte der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh am Mittwoch.
Vom 3. bis zum 13. April hatte der Berliner Landesbezirk der Gewerkschaft eine bundesweite Umfrage durchgeführt. Laut GdP sprachen sich 97 Prozent der 178.022 Teilnehmer für ein Abbrennverbot im Privatgebrauch aus – vorrangig aus Umwelt- und Tierschutzgründen, aber auch aus Angst vor Gefahren.
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70 Prozent der Befragten gaben an, in der Silvesternacht gar nicht mehr auf die Straße zu gehen. 93 Prozent sprachen sich für ein Verkaufsverbot aus, 95 Prozent würden sich auch an dieses halten und nicht online oder im Ausland kaufen. 91 Prozent befürworten stattdessen organisierte Veranstaltungen mit zertifizierten Pyrotechnikern.
Unter den Antwortenden waren fast zwei Drittel weiblich. 85 Prozent waren älter als 30 Jahre. 20 Prozent lebten in Millionenstädten, 24 Prozent in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. 19 Prozent stammten aus Dörfern und Gemeinden bis 5000 Einwohner.
GdP: Es ist kein reines Metropolen-Phänomen
Die Umfrage ergab auch, dass jüngere Altersgruppen unter 18 ein Abbrenn- und Verkaufsverbot von Pyrotechnik häufiger ablehnen. Mit zunehmendem Alter steigt die Zustimmung allerdings. Ab 40 Jahren ist angeblich nur noch ein winziger Bruchteil gegen die Verbote.
„Unsere Umfrage zeigt allen Innenministerinnen und Innenministern, dass es kein Berliner Phänomen ist, die Menschen in unserem Land eine Veränderung wollen und sich die überwiegende Mehrheit schon jetzt nicht mehr auf die Straße traut“, erklärte Stephan Weh. „Der ursprünglich festlich-freudige Anlass wird zunehmend mit Angst, Unsicherheit und Ärger assoziiert.“
Der Gewerkschaftschef ist außerdem der Meinung, dass die Umfrage „sämtliches Halbwissen“ entzaubere: „Es sind eben nicht 99 Prozent, die friedlich auf der Straße feiern, und es ist auch kein reines Metropolen-Phänomen, sondern betrifft ganz Deutschland und alle Altersklassen.“ Die Ergebnisse deuteten auf eine gesellschaftliche Akzeptanz für strengere Feuerwerksregelungen hin, und genau darauf müsse sich die Innenministerkonferenz jetzt verständigen. Diese findet vom 11. bis zum 13. Juni in Bremerhaven statt.
Eine von der GdP gestartete Internetpetition für ein bundesweites Böllerverbot hat nach Gewerkschaftsangaben mittlerweile 2.093.557 Unterstützer.
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