Berliner Verbraucherzentrale: Enorme Preisunterschiede bei Kosten für Girokonten

Sparkasse ist die teuerste Bank

Matthias Schäfer
3 Min

BERLIN, 5. November. Verbraucherschützer haben die hohen Kontogebühren einiger Berliner Banken scharf kritisiert. So verlangt der teuerste Anbieter, die Berliner Sparkasse, für ihr "Berlin Konto Brillant" 156 Euro pro Jahr. Auch die HypoVereinsbank langt mit 149,29 Euro kräftig zu, so das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Verbraucherzentrale Berlin. Die Berliner Volksbank verlangt dagegen für die annähernd gleiche Leistung mit 66,41 Euro weniger als halb so viel wie die Berliner Sparkasse. Doch es geht noch wesentlich günstiger: Bei der Bank 1822direkt oder der Comdirect Bank liegt der Jahrespreis lediglich bei 30,72 Euro.31 Banken untersuchtIn Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest untersuchte die Verbraucherzentrale die Preise für Girokonten bei Filial- und Direktbanken in Berlin. Um die Gebühren vergleichbar zu machen, wurde ein Modellkonto gebildet, das stark genutzt wird. Zudem sollte eine EC- und Kreditkarte enthalten sein. Insgesamt 31 Institute, darunter 20 Filial- und elf Direktbanken, haben sich an der Studie beteiligt. Die Unterschiede sind zum Teil beträchtlich. "Es gibt enorme Preisschwankungen. Einige Banken lassen sich jeden Handschlag bezahlen", sagte Ernst Ungerer, Justiziar und stellvertretender Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Berlin. "Die Spanne für die Jahresgebühr bei einem Girokonto reicht von 30 bis 156 Euro."17 Kreditinstitute bieten ihren Kunden eine kostenlose Kontoführung an. Dies können aber meist nur bestimmte Kunden in Anspruch nehmen, die firmeneigene Voraussetzungen erfüllen. "Das kostenlose Konto ist meist an bestimmte Bedingungen geknüpft", betont Ungerer. Nicht jeder kommt in den Genuss, für sein Konto nichts zahlen zu müssen. So ist beispielweise bei neun der 31 untersuchten Banken die kostenlose Kontoführung nur über Computer oder Telefon möglich. Andere Institute knüpfen das kostenlose Konto an einen bestimmten Geldbetrag, der monatlich eingehen muss. Bei der Postbank oder der SEB sind dies beispielsweise 1 000 Euro pro Monat. Nur bei drei Instituten, der ABC Privatkundenbank, der BB Bank und der Sparda Bank Berlin, ist das Führen eines kostenlosen Kontos mit keinerlei Bedingungen verbunden. "Kostenlose Kontoführung heißt aber noch lange nicht, dass überhaupt nichts an die Bank zu zahlen ist", warnte Ungerer. Zwar ist bei fast allen Instituten auch die EC-Karte gratis, doch wer zusätzlich eine Kreditkarte haben möchte, muss bei zwei Drittel aller untersuchten Banken einen Jahrespreis zahlen. Bis zu 30 Euro sind da fällig.Lohnender WechselBei solch hohen Preisunterschieden kann sich daher ein Wechsel zu einer anderen Bank lohnen. "Verbraucher werden dann mit günstigeren Gebühren belohnt", betonte Ungerer. Bevor sich Kunden aber für ein anderes Geldinstitut entscheiden, sollte Einiges beachtet werden. Wer keinen persönlichen Kontakt zu einer Bank wünscht, für den können Direktbanken eine preiswerte Alternative sein. Überweisungen werden hier nur per Computer oder am Telefon abgewickelt.Wem persönliche Beratung wichtiger ist, sollte sich für eine Filialbank entscheiden. Oftmals ist nicht der komplette Wechsel der Bank nötig. Viele Institute bieten mehrere Kontomodelle an, so Ungerer: "Wer sein Konto sehr wenig nutzt, für denjenigen kann eine Einzelabrechnung günstiger sein als eine Pauschalgebühr."Weitere Informationen zum Vergleich unter:www.verbraucherzentrale-berlin.deBERLINER ZEITUNG/BÖTTCHER Die ganze Liste kann unter der Rufnummer 0 30 / 214 850 bestellt werden.

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