In eigener Sache

Berliner Zeitung und Cicero im Gespräch mit Viktor Orbán: „Mit Angela Merkel hätten wir keinen Ukraine-Krieg“

Die Berliner Zeitung und Cicero haben Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán zum Gespräch geladen. Ein Gespräch über Europa.

BLZ
3 Min
Im Gespräch: Cicero-Herausgeber Alexander Marguier, Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán und der Verleger der Berliner Zeitung Holger Friedrich (v.l.n.r.)

Im Gespräch: Cicero-Herausgeber Alexander Marguier, Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán und der Verleger der Berliner Zeitung Holger Friedrich (v.l.n.r.)

© Berliner Zeitung

Im Kontext seines Deutschlandbesuchs haben „Cicero – Magazin für politische Kultur“ und die Berliner Zeitung den Ministerpräsidenten Ungarns, Viktor Orbán, zum Gespräch empfangen. Der Auftakt der Verlegergesprächsserie „Sturm über Europa – der Ukrainekrieg, die Energiekrise und geopolitische Herausforderungen“ hat um 10 Uhr in Berlin-Mitte vor geladenen Gästen begonnen. Die Gesprächsserie wird geleitet von Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, und Alexander Marguier, Verleger und Chefredakteur von Cicero. Die Gesprächsserie soll das Ziel haben, nach Russlands Invasion in die Ukraine den Blick Richtung Osteuropa zu richten, um die verschiedenen Positionen gegenüber den neuen geopolitischen Herausforderungen und Lösungsvorschläge besser zu verstehen.

Im Vorfeld stieß die Veranstaltung auf reges Interesse. Nationale und internationale Presse hatten sich angemeldet, um beim Gesprächsakt dabei zu sein. Polnische und tschechische Diplomaten waren im Saal sowie Abgesandte deutscher Ministerien. Orbán nutzte die ersten Fragen dazu, um seine Haltung gegenüber Russlands verbrecherischem Angriffskrieg zu unterstreichen. „Ich war am 5. Februar in Moskau und wollte mit Wladimir Putin Frieden verhandeln. Ich habe den russischen Präsidenten gefragt, was Putin über die ukrainische Armee denkt. Er sagte, sie sei sehr gut und sehr gut ausgebildet. Er sagte, er werde alles dafür tun, damit die Ukraine nie der Nato beitritt.“ Orbán habe der Nato nach dem Gespräch gemeldet, dass es Schwierigkeiten gebe. Als am 24. Februar der Krieg begann, dachte Orbán vor allem an die vielen Ungarn, die in der Ukraine leben. Einige davon seien Opfer der Bomben geworden.

„Was war der Grund für Putins Angriffskrieg?“, wollte Holger Friedrich wissen. Das beantwortete Orbán nur „sehr ungern“. Alle zentrieren die Frage auf Wladimir Putin. „Dabei interessiert mich Wladimir Putin gar nicht. Mich interessiert Ungarn, mich interessiert die EU. Was ist das europäische Interesse? Ich möchte mich an dem Diskurs nicht beteiligen. Ich weiß nicht, warum er den Krieg begonnen hat.“

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Bildstrecke: Viktor Orbán – Ein Besuch in Bildern


Orbán wurde direkt, als er über vergangene Krisen mit Russland sprach. Schon 2014 mit der Krim-Krise hätte es zu einem Krieg kommen können. Das Verhandlungsgeschick von Angela Merkel hätte aber Schlimmstes verhindert. Auf die Frage, ob Merkel heute einen Krieg hätte verhindern können, sagte Orbán: „Mit Angela Merkel hätten wir keinen Ukraine-Krieg.“

Cicero und die Berliner Zeitung wollen die Gesprächsserie in den nächsten Monaten ausweiten und Vertreter osteuropäischer Staaten und Intellektuelle zur Diskussion laden.

Einen ausführlichen Bericht zum Auftakt der Gesprächsserie lesen Sie auf den Online-Seiten der Berliner Zeitung.

Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns! [email protected]

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner