„Virchow wollte herausfinden, was in Zellen schiefläuft, um zu verstehen, wie man Krankheiten diagnostiziert und heilt“, sagt Nikolaus Rajewsky, Gründer und wissenschaftlicher Direktor des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie (BIMSB) auf dem Campus Lebenswissenschaften in Berlin-Mitte. Es gehört zum Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). „Rund 160 Jahre später können wir endlich das umsetzen, was Virchow wollte“, sagt der Systembiologe. „Denn im Gegensatz zu Virchow, der nur mit normalen Lichtmikroskopen arbeiten konnte, arbeiten wir heute mit Methoden, die es wirklich möglich machen, in einzelne Zellen hineinzuschauen, und zwar auf molekularer Ebene.“ Virchow erkannte zwar, dass Zellen sich bei Krankheiten verändern, aber die molekularen Vorgänge waren für ihn noch unsichtbar – eine Art „Blackbox“.
In den Fußstapfen von Virchow
Neue Berliner Zellklinik: Revolution bei der Behandlung von Krebs und Alzheimer
Am 13. Oktober fällt der Startschuss für ein Berlin Cell Hospital (BCH). Es greift Krankheiten an der einzelnen Zelle an und ist deutschlandweit einmalig.
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Die neue Zellklinik arbeitet auch mit gezüchteten Mini-Organen, sogenannten Organoiden. Hier der Schnitt durch ein Gehirn-Organoid im Frühstadium, nach 30 Tagen. Zu sehen ist die Entwicklung der Großhirnrinde. Die Neuronen sind grün dargestellt, verschiedene Vorläuferzellen rot und blau.
© Agnieszka Wolf-Rybak/MDC
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