Der Ausländeranteil in Berlins Haftanstalten ist der zweithöchste in Deutschland. 3637 Menschen sitzen in den sechs Gefängnissen ein, davon 2064 Ausländer. Das ergibt eine Quote von 56,7 Prozent. Nur Hamburg liegt mit 58,8 Prozent höher. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der AfD hervor, über die die Berliner Zeitung berichtete.
Der Anteil der Gefangenen ohne deutsche Staatsbürgerschaft steigt seit rund zehn Jahren. Für die Arbeit der Bediensteten in den Gefängnissen hat das konkrete Auswirkungen, denn in Berlin sitzen Gefangene aus fast 80 Nationen ein. „Viele ausländische Inhaftierte haben weder Angehörige noch andere soziale Kontakte“, sagt Thomas Goiny, der Berliner Landesvorsitzende der Gewerkschaft Strafvollzug, der Berliner Zeitung. „Ein großes Problem ist die Sprachbarriere der anderen Kulturen. Manchen ist unsere Kultur gar nicht geläufig. Wir haben das Problem, dass man mit ihnen wenig klassisch arbeiten kann. Doch wenn man Menschen resozialisieren will, muss man sie vorerst mal in unserer Gesellschaft sozialisieren.“
Kriminalität
Berlins Gefängnisse haben den zweithöchsten Ausländeranteil: Das sind die Gründe
Die AfD will nach neuesten Zahlen jetzt „null Toleranz“ und die SPD „den sozialen Hintergrund“ betrachten. Die Mitarbeiter in den Gefängnissen haben andere Probleme.
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Blick in den alten Zellentrakt der Justizvollzugsanstalt Tegel
© Jörg Carstensen/dpa
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