NEAPEL. Die neue italienische Rechtsregierung hat gestern ihre erste Kabinettssitzung nicht wie gewöhnlich in der Hauptstadt Rom ab, sondern im süditalienischen Neapel abgehalten. Premier Silvio Berlusconi wollte damit demonstrieren, dass sein Kabinett das verheerende Müllproblem im Großraum Neapel in den Griff bekommen kann. "Die Bevölkerung hat große Erwartungen, ich werde sie nicht enttäuschen", sagte er. Allerdings besitze niemand "einen Zauberstab".Medienberichten zufolge liegen derzeit fast 50 000 Tonnen Müll auf den Straßen von Neapel und der umliegenden Region Kampanien. Die Menschen machen ihrem Ärger über das Entsorgungsproblem inzwischen Luft, indem sie die Müllberge anzünden. Zwar hat sich die Situation im Stadtzentrum seit dem Wochenende gebessert, aber in den Vorstädten stapelt sich noch immer der Abfall. Deponien und Wiederaufbereitungsanlagen sind chronisch überlastet, außerdem wurden von der örtlichen Mafia betriebene Müllhalden geschlossen.Der Staat gab bereits mehr als eine Milliarde Euro aus und setzte die Armee zur Müllbeseitigung ein - bislang jedoch ohne Erfolg. Einem Zeitungsbericht zufolge stimmt das Kabinett heute über den raschen Bau von Müllverbrennungsanlagen ab und ernennt einen Regierungsbeauftragten für die Beilegung der Abfall-Krise.Ein weiteres Thema der Kabinettssitzung sollte die Bekämpfung der illegalen Einwanderung sein. Ein geplantes Maßnahmenpaket sieht unter anderem lange Haftstraßen für illegale Einwanderer vor. Wohnungsbesitzer sollen zu Haft- und Geldstrafen verurteilt werden, wenn sie an Einwanderer ohne Papiere vermieten. (AFP)------------------------------Foto: In Neapel bahnt sich eine Frau den Weg durch die Müllberge.
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