Bei einem Schusswechsel zwischen ukrainischen Sicherheitsdiensten in Kiew am Mittwoch sind nach Angaben des Kyiv Independent drei Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes HUR verletzt worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Vorfall als eine „absolut beschämende Situation“ und forderte eine Untersuchung.
Der genaue Ablauf ist bislang nicht eindeutig geklärt. Der Inlandsgeheimdienst SBU teilte laut dpa zunächst mit, gemeinsam mit dem HUR einen Anschlag auf einen russischen Oppositionellen verhindert zu haben. Nach Angaben des Kyiv Independent soll es sich bei dem Ziel um Stepan Kaplunow gehandelt haben, den stellvertretenden Kommandeur des Russischen Freiwilligenkorps (RDK), das auf ukrainischer Seite kämpft und der Aufsicht des HUR untersteht.
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Schusswechsel mit Verletzten
Später erklärte der SBU laut dpa, seine Einsatzkräfte seien bei einer Ermittlungsaktion von Unbekannten angegriffen worden, die sich später als Angehörige der Armee herausgestellt hätten. In einem anschließenden Schusswechsel seien mehrere Personen verletzt worden. Der Kommandeur der HUR-Spezialeinheit „Timur“ warf dem SBU laut Kyiv Independent vor, auf unbewaffnete HUR-Angehörige geschossen zu haben.
Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf ein ukrainische Quelle, mutmaßlicher Auslöser des Vorfalls sei die Festnahme eines russischen Kämpfers durch den SBU sowie der Versuch gewesen, eine Wohnung zu durchsuchen, in der sich dieser und weitere HUR-nahe Kämpfer aufhielten. Bei dem Festgenommenen soll es sich laut dem Bericht um Kaplunow gehandelt haben. Kaplunows Anwalt erklärte laut Kyiv Independent, er sei inzwischen freigelassen worden, sein Aufenthaltsort sei unbekannt.
Selenskyj fordert Aufklärung
Selenskyj forderte eine umfassende Aufklärung des Vorfalls. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko und das Staatliche Ermittlungsbüro sollen nach seinen Angaben klären, was geschehen ist. Zudem forderte der Präsident laut Kyiv Independent interne Untersuchungen beider Sicherheitsdienste und mögliche personelle Konsequenzen.
„Hier in der Ukraine darf man nur auf die russischen Besatzer schießen, um die Ukraine zu verteidigen. Kein anderer Schusswechsel wird von unserem Staat jemals als etwas angesehen werden, das irgendjemandem erlaubt ist“, sagte Selenskyj dem Bericht zufolge. Anschließend entließ Selenskyj per Dekret Oleh Khramow, den Leiter der SBU-Abteilung für den Schutz von Staatsgeheimnissen, wie der Kyiv Independent berichtet. (mit dpa)
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