Infrastruktur

Besonders Cottbus betroffen: Neue Daten zeigen Ausmaß der Straßenkrise in Brandenburg

Fast die Hälfte der Landesstraßen in Brandenburg ist in sehr schlechtem Zustand. Das Land startet ein millionenschweres Erhaltungsprogramm.

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Mangelhafte Straßen sind in Brandenburg ein bekanntes Problem.

Mangelhafte Straßen sind in Brandenburg ein bekanntes Problem.

© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Zustand der Landesstraßen in Brandenburg ist nach Angaben der Landesregierung zu einem großen Teil mangelhaft. In Cottbus gelten fast alle Landesstraßen als sehr schlecht. Das Land legt nun ein zusätzliches Sanierungsprogramm auf.

In Brandenburg befinden sich 46,6 Prozent der Landesstraßen in einem sehr schlechten Zustand. Das geht aus der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Weitere 18 Prozent der Straßen bewertete der Landesbetrieb Straßenwesen demnach als schlecht. Die jüngsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2023. Noch in diesem Jahr sollen nach Angaben der Landesregierung neue Daten zum Zustand der Landes- und Bundesstraßen vorgelegt werden.

Cottbus und Brandenburg an der Havel besonders betroffen

Besonders hoch ist der Anteil maroder Straßen in den kreisfreien Städten Cottbus und Brandenburg an der Havel. In Cottbus gelten rund 97 Prozent der Landesstraßen als sehr schlecht, in Brandenburg an der Havel etwa 84 Prozent. Unter den Landkreisen weist die Prignitz mit rund 59 Prozent den höchsten Wert auf. In der Landeshauptstadt Potsdam sind es laut Landesregierung 35 Prozent.

Die Antwort der Landesregierung belege einen alarmierenden Zustand des Landesstraßennetzes, sagte der AfD-Abgeordnete Daniel Münschke laut dpa.

Land legt ergänzendes Erhaltungsprogramm auf

Das Infrastrukturministerium kündigte bereits in einer Mitteilung vom Freitag ein ergänzendes Erhaltungsprogramm für besonders geschädigte Landesstraßen an. Ziel sei es, in den Jahren 2026 bis 2030 zusätzlich zum regulären Bauprogramm bis zu 520 Kilometer Landesstraßen substanzverbessernd zu sanieren. Für 2026 seien zehn Millionen Euro vorgesehen, in den Jahren 2027 bis 2030 jeweils 45 Millionen Euro. Voraussetzung sei eine entsprechende Absicherung im Landeshaushalt.

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Nach Angaben des Ministeriums verwaltet der Landesbetrieb Straßenwesen rund 5520 Kilometer Landesstraßen. Nach der Zustandserfassung 2023 seien rund 65 Prozent davon substanziell erhaltungsbedürftig. Viele Fahrbahnen hätten ihre Nutzungsdauer seit längerem erreicht.

Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) erklärte, der Zustand vieler Landesstraßen sei nicht zufriedenstellend: „Das sehen die Menschen täglich – und das blenden wir nicht aus.“ Mit dem Programm werde ein klarer Rahmen geschaffen, um die vorhandenen Mittel gezielt dort einzusetzen, „wo der Bedarf am größten ist, und Schritt für Schritt die Substanz des Landesstraßennetzes zu stärken“.

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