Der russische Milliardär Waleri Kustow ist nach Angaben des Moskauer Stadtgerichts in Untersuchungshaft genommen worden, wie der Pressedienst des Gerichts laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax mitteilte. Kustow werden demnach Diebstahl durch Täuschung oder Missbrauch von Vertrauen in besonders großem Umfang sowie Veruntreuung vorgeworfen. Für diese Vorwürfe sei eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren möglich. Die Ermittlungen stehen laut Interfax im Zusammenhang mit staatlichen Geldern zur Finanzierung der Drohnenproduktion.
Kustow ist Reuters zufolge Gründer, Hauptaktionär und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Efko-Gruppe, die in Russland vor allem als führender Hersteller von Sonnenblumenöl und nach Angaben der dpa auch von Mayonnaise bekannt ist. Nach Einschätzung des Magazins Forbes, auf die die dpa verweist, verfügt Kustow über ein Vermögen von umgerechnet rund einer Milliarde Euro.
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Vorwurf der Veruntreuung staatlicher Mittel
Laut Interfax erklärten Vertreter russischer Strafverfolgungsbehörden, dass sich die Vorwürfe auf Staatsgelder beziehen, die für die Produktion unbemannter Luftfahrzeuge vorgesehen waren. Bereits am Vortag seien der Direktor für strategische Entwicklung von Efko, Wladislaw Romanzew, dessen Stellvertreterin Jekaterina Kustowa sowie die stellvertretende Leiterin der Abteilung für unbemannte Systeme im russischen Industrie- und Handelsministerium, Alla Polowtschenja, festgenommen worden.
Nach Angaben des Portals Mash, das laut Reuters für seine Quellen in russischen Strafverfolgungsbehörden bekannt ist, wird Efko-Verantwortlichen vorgeworfen, verdeckt Drohnen aus China gekauft und als Eigenentwicklung ausgegeben zu haben. Laut Reuters ist Efko seit 2021 über das Unternehmen Future Transport im Bereich der Drohnenentwicklung und -produktion aktiv. Future Transport beschreibt sich auf seiner Website als „ein führendes Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von unbemannten Luftfahrzeugen“. Dazu werden ein Entwicklungszentrum in der Region Belgorod und eine Produktionsstätte in Toljatti genannt.
Efko erklärte laut Reuters in einer Stellungnahme seine Unterstützung für die festgenommenen Mitarbeiter und rief dazu auf, von Spekulationen abzusehen. (mit dpa)
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