Bezirksamt hat ein Tourismus-Konzept entwickelt - nur Investoren fehlen

Visionen für ein Seebad

Uwe Aulich
2 Min

TEGEL. Touristen flanieren auf der Greenwichpromenade, Berlin-Besucher, die mit Segelbooten oder Motoryachten nach Berlin kommen, können im Tegeler Hafen oder im Borsighafen festmachen - ganz so wie in einem richtigen Seebad. Davon träumt derzeit die Reinickendorfer Bürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU). Zu einem Seebad gehört natürlich auch eine Seebrücke: Hundert Meter soll sie von der Promenade aus in den Tegeler See hineinragen, an der Spitze auf einer 20 mal 20 Meter großen Plattform könnte ein Restaurant gebaut werden. "Das sind zunächst noch Visionen. Aber immer mehr Wassertouristen kommen über den Finowkanal oder die Havel nach Berlin und suchen Liegeplätze, von denen es in Berlin nur wenige gibt", sagt die Bürgermeisterin. In den vergangenen Monaten hat der Bezirk deshalb ein Tourismus-Konzept für den Tegeler See erarbeitet, das am Freitag vorgestellt wurde. Die 750 Meter lange Greenwichpromenade mit mehreren Anlegern für Fahrgastschiffe soll in den kommenden Jahren zu einem Touristen-Zentrum ausgebaut werden. Wanjura will aber einen sanften Tourismus, um andere Bereiche des Tegeler Sees mit wertvollen Schilfbeständen und seltenen Vögeln wie dem Seeadler zu schützen. Hauptzugang zur Greenwichpromenade soll die Straße Alt-Tegel bleiben. Wie Marius Helmuth-Paland von der Stadt- und Regionalplanung sagt, wird an der Promenade eine große Piazza angelegt, damit Gäste einen freien Blick auf das Wasser haben. An dem Platz soll auch eine Veranstaltungsbühne gebaut werden. Entlang des Ufers sind beiderseits der Piazza neue Liegewiesen und Spielflächen für Minigolf und Beachvolleyball vorgesehen. Außerdem soll an der Kaimauer auch ein Restaurantschiff festmachen können. Für Wassertouristen entstehen bereits im kommenden Frühjahr im Tegeler Hafen neue Bootsanlegeplätze. Für Paddelboote gibt es diese schon jetzt im Borsighafen. Um den Traum von einem Seebad Tegel zu realisieren, sucht der Bezirk Investoren. Mit zwei finanzkräftigen Unternehmen sei man bereits in Verhandlungen, sagt Wanjura. Und damit Wassersportler und Touristen besser nach Tegel finden, wird im kommenden Jahr an Land und zu Wasser ein neues Leit- und Informationssystem installiert.BERLINER ZEITUNG/MIKE FRÖHLING Wassertourismus: Das Tourismusbüro des Bezirks ist seit März in einem schwimmenden Haus untergebracht. Es liegt im Tegeler Hafen.

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