Der BFC Dynamo war der erfolgreichste Fußballverein der DDR und gewann zwischen 1979 und 1988 zehn Meisterschaften in Folge. Weil der Club eng mit dem Ministerium für Staatssicherheit und seinem Chef Erich Mielke verbunden war, galt er als Symbol staatlicher Bevorzugung und war damit einer der verhasstesten Vereine des Landes. Rund um den BFC entwickelte sich in den späten 1970er- und 1980er-Jahren eine der bekanntesten Rowdy-, Hooligan- und Skinhead-Szenen Ostdeutschlands. Auch nach der Wiedervereinigung blieb der Verein trotz aller Anstrengungen, diesen Ruf loszuwerden, eng mit ihm verbunden und bildete einen Anlaufpunkt für rechte Jugendkulturen. Über mehrere Jahre hat der Berliner Ethnologe Stefan Wellgraf ehemalige BFC-Fans begleitet und ihr Feld erforscht. Daraus entstand ein Buch, das weit mehr ist als eine Milieustudie: Es erzählt die Geschichte rechter Jugendkulturen in Ostdeutschland neu – und wirft damit auch ein anderes Licht auf die politischen Konflikte der Gegenwart.
Rechte Gewalt
Rechte Subkulturen im Stasi-Verein: Stefan Wellgraf sortiert die Klischees über den BFC Dynamo
Stefan Wellgraf erklärt am Beispiel des BFC, warum rechte Milieus im Osten nicht aus Untertanengeist entstanden sind – sondern aus rebellischen und oppositionellen Impulsen.
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„Staatlich verfolgt seit 1979“. BFC-Fans bei einem Trauermarsch zum Gedenken an Mike Polley, einen 1990 in Leipzig von der Polizei erschossenen BFC-Fan
© Imago
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