Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat seinen Rücktritt eingereicht. Vorausgegangen waren Ermittlungen des Nationalen Antikorruptionsbüros Nabu und der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft Sapo gegen einen Mitarbeiter seiner Behörde, wie Reuters berichtet.
Demnach wird in dem Fall unter anderem gegen einen Abteilungsleiter der Generalstaatsanwaltschaft ermittelt. Die Behörden werfen ihm vor, Bestechungsgelder für den Schutz betrügerischer Callcenter angenommen zu haben. Die Ermittler gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass aus den Geschäften stammendes Geld in Höhe von knapp einer Million US-Dollar über Immobilienkäufe und andere Vermögenswerte gewaschen wurde.
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Behörden veröffentlichen Bild von mit Geld gefülltem Tresor
Nabu und Sapo veröffentlichten unter anderem Bilder eines mit Dollarscheinen gefüllten Tresors sowie eines beschlagnahmten Luxuswagens, wie Reuters berichtet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte dem Bericht zufolge am Dienstag, er werde Krawtschenkos Antrag dem Parlament vorlegen. Die Abgeordneten müssten seinem Rücktritt zustimmen.
Krawtschenko selbst weist einen Zusammenhang mit den Vorwürfen zurück. Er sei weder angeklagt noch als Verdächtiger geführt worden, berichtete Reuters. Seinen Rücktritt begründete der 36-Jährige mit dem Wunsch, sein Amt nicht zum Gegenstand einer politischen Auseinandersetzung werden zu lassen. „Das ist eine politische Entscheidung, und ich habe sie bewusst getroffen“, erklärte er demnach.
Krawtschenko äußert sich zu Foto
Auch zu dem Foto des Geldtresors äußerte sich Krawtschenko. Er schrieb in einem Beitrag auf Telegram, das Bild sei „lediglich ein Foto eines mit Geld gefüllten Tresors.“ „Es hat weder mit mir noch mit der Staatsanwaltschaft etwas zu tun“, fügte er hinzu. Er wies zudem jegliche Beteiligung an der Entgegennahme von Geldern aus illegalen Callcentern zurück.
Die ukrainische Antikorruptionsbehörde hatte die Ermittlungen am 5. September öffentlich gemacht. Laut Ukrainska Pravda wurden dabei unter anderem Büroräume durchsucht und der stellvertretende Abteilungsleiter Serhii Kropyva festgenommen. Ein Gericht ordnete am 6. September Untersuchungshaft mit einer möglichen Kaution von 120 Millionen Hrywnja an.
Reuters ordnet den Fall in eine Reihe von Korruptionsskandalen ein, die in den vergangenen Jahren bereits zum Ausscheiden hochrangiger Regierungsvertreter in der Ukraine geführt haben. Der Oppositionsabgeordnete Andrii Osadchuk forderte dem Bericht zufolge eine Reform der ukrainischen Staatsanwaltschaft.
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