Sparmaßnahmen

Bildungsticket: Preiserhöhung wegen Haushaltslücke?

Sachsens Bildungsticket könnte teurer werden. Die Staatsregierung prüft aufgrund der Haushaltslücke des Freistaats eine Preisanpassung.

OAZ
2 Min
Könnte bald teurer werden, da der Freistaat sparen muss: Das sächsische Bildungsticket.

Könnte bald teurer werden, da der Freistaat sparen muss: Das sächsische Bildungsticket.

© Sven Gleisberg/IMAGO

Angesichts einer Haushaltslücke von 2,9 Milliarden Euro für die Jahre 2027/2028 diskutiert die sächsische Landesregierung über Einsparmaßnahmen. Dabei gerät nun auch das Bildungsticket für Schüler ins Visier, das derzeit für 15 Euro monatlich erhältlich ist. Seit der Einführung 2021 blieb der Preis bisher stabil, obwohl die Kosten für den Nahverkehr kontinuierlich gestiegen sind. Die Landkreise und das Land teilen sich die restlichen Kosten, der Freistaat trägt jährlich rund 50 Millionen Euro der anfallenden Kosten.

Sören Trillenberg, Staatssekretär im Infrastrukturministerium, betonte laut MDR, dass noch keine Entscheidung getroffen wurde, aber eine Preisanpassung geprüft werde. Ziel sei eine Lösung, die sowohl finanzierbar sei als auch die Mobilität der Jugendlichen sicherstelle. Der Landeselternrat zeigt sich besorgt. Ronald Lindecke, Vorsitzender des Gremiums, verweist auf die ursprünglich geplanten acht Euro als Zielmarke. Da 15 Euro die Schmerzgrenze gewesen seien, kritisiert er jede mögliche Erhöhung. Er fordert stattdessen eine langfristige Preisstabilität oder sogar eine Senkung, wie sie in anderen Bundesländern bereits umgesetzt wurde. So sind Bildungstickets in Berlin und Hamburg kostenlos.

Der Bund der Steuerzahler unterstützt die Idee eines günstigen Tickets, schlägt jedoch eine soziale Staffelung vor. Dirk Mohr, Landesvorsitzender in Sachsen, argumentiert, dass das Ticket zwar sozialverträglich sei, aber künftige Generationen nicht durch Schulden belastet werden dürften. Bedürftige sollten weiterhin unterstützt werden, während andere eventuell höhere Beiträge leisten müssten. Gleichzeitig fordert er effizientere Verwaltungsstrukturen im Nahverkehr. Der Landeselternrat lehnt eine Staffelung als zu bürokratisch und kostenintensiv ab. Lindecke plädiert dafür, in Bildung zu investieren und den Schülerverkehr weiterhin gleichberechtigt und bezahlbar zu gestalten, um soziale Gerechtigkeit zu fördern.

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