REINICKENDORF Für die Binnendünenlandschaft Baumberge, bis zum Sommer vergangenen Jahres von den französischen Streitkräften als Übungsgelände genutzt, wurde jetzt ein Pflegeplan aufgestellt. Der rund 44 Hektar große Bereich zwischen Elchdamm und Sandhauser Straße soll künftig als Erholungsgebiet dienen."Das gesamte Gelände südlich des Tegeler Forsts, zu dem die Baumberge, die Heiligenseer Felder, die angrenzende Havel und Heiligensee gehören, ist einer der bedeutenden Landschaftsräume Berlins", erklärt Martin Janotta. Das Büro für Ökologie und Landschaftsplanung Fugmann und Janotta erarbeitete einen Pflegeplan für die Baumberge, deren herausragendes Merkmal eine 62 Meter hohe Hauptdüne ist.Zu den Hinterlassenschaften der französischen Streitkräfte zählen Munitionsreste, Handgranatenstände oder Laufgräben, so der zuständige Forstamtsleiter Karl-Heinrich Gerlach. "Große Sorgen machen uns auch Motorcrossfahrer, die durch die Baumberge rasen", berichtet Wolfgang Mellwig vom Naturschutz- und Grünflächenamt. Außerdem würden sich teilweise rechtsradikale Gruppen auf dem Gelände treffen und illegal Lagerfeuer entzünden. Der Zaun um das Gelände werde immer wieder zerstört."Vorrang hat zunächst die Beseitigung der Munitionsrückstände", so der Forstamtsleiter. Auch die Senatsbauverwaltung hat dem Gelände eine "vorrangige Priorität hinsichtlich der Überprüfung auf Kampfmittel beziehungsweise Übungsmunition" eingeräumt, wie aus der Beantwortung einer kleinen schriftlichen Anfrage hervorgeht. Baumsperren sollen außerdem die rücksichtslosen Fahrer am Betreten des Geländes hindern.Auch wenn noch nicht klar ist, wann Gelder für die Erhaltung der Baumberge fließen sollen, setzen Bezirksamt und Berliner Forsten auf die im 80 000-Mark-Gutachten vorgeschlagenen Pflegemaßnahmen. "Ein Rundwanderweg soll entstehen, der zum Erhalt der Dünenlandschaft nur als ,Sand-Trampelpfad` angelegt wird", so Baustadtrat Rainer Lembcke (CDU). Auch seltene Tierarten wie die Ameisenjungfern sollen weiterhin ein Domizil in den Baumbergen finden. "Am besten wäre eine Schafherde, die das Gebiet schön ,kurz hält', schlägt Wolfgang Mellwig vor." Noch warnen Schilder vor den vermuteten Munitionsrückständen auf dem Gelände - bis zu ihrer Beseitigung gilt: Betreten auf eigene Gefahr.Uta GrüttnerInteressenten können sich im Naturschutz- und Grünflächenamt, Eichborndamm 215-239, ein Faltblatt über die Baumberge abholen. +++
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