Herr Steffens, wer sind Ihre Kunden im Galeria Kaufhof am Alexanderplatz?Das ist die Mitte. Nach oben und nach unten offen.Was wird zuverlässig bei Ihnen gekauft?Mode. Damenwäsche. Sportartikel. Strümpfe. Lederwaren. Diese typischen Warenhaussortimente. Wurde davon weniger als früher gekauft?Nein. Aber der Preisverfall ist sehr stark. Sie bezahlen für ein T-Shirt oder ein Herrenhemd viel weniger als noch vor ein paar Monaten. Das heißt: Der Umsatz ist rückläufig bei gleicher Stückzahl. Der Durchschnittsbon ist niedriger. Das wird im nächsten Jahr noch schlimmer, wenn die Importquoten von China fallen. Das wird ein großes Problem und bringt erheblichen Preisdruck. Erkennen Sie ein Sparverhalten?Man spart, indem man preisbewusster kauft. Die Suppendose muss nicht mehr 4,98 kosten. Die für 1,99 reicht. Im täglichen Konsum wird mehr gerechnet. Man geht auch mehr auf No-Name-Produkte. Glauben Sie, dass sich Leute mit Einkäufen ein Glück schenken?Selbstverständlich.Gönnt man sich dieses Glück wegen wachsender finanzieller Sorgen seltener?Man kauft vernünftiger. Aber wenn wir wie Anfang des Jahres eine Südafrika-Schau haben mit ausgefallenen Lebensmitteln, dann spielt der Preis keine Rolle. Da macht das Exotische glücklich. Man reist in ferne Länder in Form von Speisen und Getränken. Da tut sich der Kunde dann was Gutes. Wird an Lebensmitteln gespart?Im mittleren Bereich ja. Die hochwertigen Produkte laufen sehr gut und die ganz einfachen. Der Kunde ist gespalten.Sehen Sie Grenzen der Rabatt-Aktionen? Ja. Wir fahren das zurück. Auch die Industrie möchte nicht, dass wir ihren Namen mit Rabatt-Aktionen verbinden. Haben Sie einen Lieblingskundentyp?Ja vielleicht - die modische Frau, die oft zu uns kommt. Das Gespräch führte Regine Sylvester------------------------------Foto: Detlef Steffens, Geschäftsführer von Galeria Kaufhof am Alexanderplatz
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