BERLIN. Die Birthler-Behörde hat den Streit mit ihrem renommierten Stasi-Forscher Helmut Müller-Enbergs beigelegt. Nach Informationen der Berliner Zeitung hat die Behörde eine Abmahnung zurückgenommen, mit der sie Müller-Enbergs wegen dessen angeblicher Teilnahme an einer umstrittenen Stasi-Tagung an der Süddänischen Universität in Odense bestrafen wollte.Die Tagung in Odense hatte sich mit der Auslandsspionage der Stasi-Hauptverwaltung A (HVA) befasst. Neben Wissenschaftlern aus mehreren Ländern hatten dort auch elf hochrangige HVA-Mitarbeiter Vorträge gehalten. Sie und weitere rund 50 ehemalige Stasi-Offiziere nutzten die Tagung zudem zur Rechtfertigung ihrer Arbeit und hießen unter anderem die Hinrichtung eines MfS-Offiziers gut, der 1981 wegen Spionage zum Tode verurteilt worden war.Müller-Enbergs war zu der Tagung eingeladen worden, reiste aber nicht an, nachdem ihm wenige Tage zuvor die Teilnahme von seinem Dienstvorgesetzten untersagt worden war. Allerdings wurde in Odense ohne Müller-Enbergs Wissen dessen Referat verlesen, das der Wissenschaftler bereits vorher an die dänische Uni geschickt hatte.Die Leitung der Birthler-Behörde wertete das Verlesen des Referats jedoch als Teilnahme und warf Müller-Enbergs einen "schwerwiegenden Pflichtverstoß" vor. Dem Forscher drohte damals sogar eine Kündigung. Weil der Mann aber wegen seines Diabetes-Leidens schwerbehindert ist, beschränkte sich die Behördenleitung auf eine Abmahnung. Müller-Enbergs kündigte daraufhin an, sich dagegen notfalls vor Gericht wehren zu wollen. Unterstützung erhielt er vom Personalrat, der das Vorgehen der Behördenleitung nicht akzeptierte.
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