Riester hat auch den Letzten klar gemacht, dass sie etwas für ihre Rente tun müssen, meint Dr. Peter Lischke von der Verbraucherzentrale Berlin. Die Spar- und Anlageberatung ist stärker gefragt - über 20 individuelle Gespräche pro Woche sind jetzt üblich. Auch Jüngere informieren sich über geeignete Altersvorsorge. Viele seien erschrocken über die Zahl der rund 3 500 zertifizierten Vorsorge-Produkte und die Aussage, dass die Zertifizierung allein kein Gütesiegel sei. Manche wüssten nicht, dass man mit der "Riesterrente" nur die neue Lücke zwischen dem jetzigen Rentenniveau und der geplanten Absenkung schließt.Wie erfährt man, ob ein zertifiziertes Produkt wirklich gut ist und mir entspricht? Dr. Lischke: "Die Produktgruppen angucken und vergleichen, passt das mit den Aussagen von Rendite, Kosten, Sicherheit zu mir. Bin ich jünger und habe mehr Zeit für die Anlage, kann ich mehr auf Risiko und mögliche Rendite gehen, ältere achten mehr auf sicherere Rentenanteile. " Verglichen werden müssen auf jeden Fall Abschluss- und Vertriebskosten, Kosten für Verwaltung und einen möglichen Anbieterwechsel. Bis Dezember ist noch Zeit für die Entscheidung, um die Zulage für dieses Jahr zu sichern. Im Sommer sind ein Marktüberblick und Testergebnisse zu Riester-Produkten von Finanztest zu erwarten.Gefördert werden neben Angestellten nun auch Beamte. Ebenso Ehegatten von Personen, die zulageberechtigt sind und einen entsprechenden Vertrag auf den Namen des Partners abschließen. Einer zahlt die Beiträge, der andere erhält auch die Zulage. Allein Erziehende werden nur gefördert, wenn sie zum berechtigten Personenkreis gehören. Höchstens bei 55 sollte das letzte Abschlussalter liegen, mindestens zehn Jahre der Vorsorgevertrag laufen, damit die Rente auch lohnt.Jeder Arbeitnehmer hat jetzt Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge, die - bei Zahlung aus dem Bruttolohn - steuerlich begünstigt ist und deren Beiträge bis 2009 sozialabgabenfrei sind. Zahlt der Arbeitnehmer die Beiträge aus seinem Netto-Einkommen, kann er "Riester-Zulagen" für eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds beantragen. Um dies und den Steuervorteil zu nutzen, kann man zwei Verträge abschließen. "Die betriebliche Altersvorsorge sollte man wegen ihrer Konditionen (geringe Abschluss- und Verwaltungskosten, Arbeitgeber-Anteile) auf jeden Fall nutzen", so Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge. Man könne wegen unterschiedlicher individueller Bedürfnisse keine generelle Empfehlung für ein Produkt geben. Besonders lukrativ seien jedoch Pensionsfonds. Steuerexperte Frank Pippig, Oberfinanzdirektion Berlin, weist darauf hin, dass jede Verfügung über das angesparte Kapital, das nicht den gesetzlichen Auszahlungsregelungen entspricht, als "schädliche Verwendung" steuerliche Folgen hat. Beim Todesfall in der Ansparphase müssen die Erben die Zulagen, Steuerersparnisse, Erträge zurückzahlen. Ausnahme: Der Ehegatte nutzt es für seinen Riester-Vertrag. Ähnliche Rückzahlung gilt, wenn man sich die Summe auszahlen lassen will oder den Ruhestand im Ausland verbringt und durch den Wegzug der nachgelagerten Besteuerung entgeht.FÖRDER-ETAPPEN BIS 2008 // notwendige max. max. max. steuerlich Sparleistung für Grundzulage Zulage je Kind absetzbarer Zeitraum volle Zulage* in Euro in Euro Betrag in Euro 2002-2003 1,0 38 46 525 2004-2005 2,0 76 92 1 050 2006-2007 3,0 114 138 1 575 Ab 2008 4,0 154 185 2 100 *) PROZENT DES BEITRAGSPFLICHTIGEN EINKOMMENS .CLARA STADTGRAF Freie Wahl für den Ruhesitz. Die Auswahl bei den 3 500 zertifizierten Produkten für den späteren Ruhestand ist noch größer.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]