Beamte des US-Personenschutzes Secret Service haben am Samstagabend vor dem Weißen Haus einen bewaffneten Mann erschossen, der an einem Sicherheitskontrollpunkt das Feuer eröffnet hatte. Das teilte der Secret Service auf der Plattform X mit.
Kurz nach 18 Uhr Ortszeit eröffnete der Mann an der Kreuzung 17th Street/Pennsylvania Avenue das Feuer. Die Beamten schossen zurück und trafen den Angreifer, der später im Krankenhaus starb. Auch ein Passant wurde getroffen. Ob ihn Schüsse des Angreifers oder der Beamten trafen, war laut einem von der Nachrichtenagentur AP zitierten Ermittler zunächst unklar. Keiner der Beamten wurde verletzt.
Verdächtiger war Behörden bekannt
Nach Angaben eines von AP zitierten Ermittlers war der Getötete 21 Jahre alt. Laut Gerichtsunterlagen aus Washington war der Mann bereits im Juli 2025 festgenommen worden, nachdem er versucht haben soll, einen anderen Kontrollpunkt am Weißen Haus zu passieren. Er habe Anweisungen der Beamten ignoriert und sich als Jesus Christus bezeichnet.
Ein Gericht untersagte ihm daraufhin, sich dem Gelände zu nähern. Als er später nicht zu einem Anhörungstermin erschien, wurde im August Haftbefehl gegen ihn erlassen. Nach Angaben von CBS News kam er nach dem damaligen Vorfall in eine psychiatrische Klinik.
Am Tatort fielen laut CBS News zwischen 15 und 30 Schüsse. Der Angreifer habe mit einem Revolver auf ein Wachhäuschen des Secret Service geschossen, sagten Ermittler dem Sender.
Trump war im Weißen Haus
Präsident Donald Trump war zum Zeitpunkt des Vorfalls nach Angaben des Secret Service im Weißen Haus und blieb unverletzt. Laut AP hatte Trump ursprünglich geplant, das Wochenende auf seinem Golfclub in New Jersey zu verbringen, war aber am Freitag in Washington geblieben. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte CBS News, der Präsident sei unterrichtet worden.
Auf X schrieb FBI-Direktor Kash Patel, dass Beamte seiner Behörde den Secret Service vor Ort unterstützten. Das Weiße Haus wurde laut CBS News abgeriegelt, die Sperrung endete kurz vor 19 Uhr Ortszeit. Reporter, die sich auf dem Gelände befanden, wurden während der Schüsse in den Presseraum gebracht.
Der Mehrheitsführer im US-Senat John Thune und der Vorsitzende des Repräsentantenhauses Mike Johnson dankten dem Secret Service auf X für das Eingreifen.
Dritter Vorfall binnen eines Monats
Es ist dritte Schusswaffenvorfall in der Nähe Trumps innerhalb eines Monats. Am 25. April soll ein Mann einen Anschlag auf das Dinner der Korrespondenten des Weißen Hauses in einem Hotel in Washington geplant haben. Der Beschuldigte aus dem kalifornischen Torrance erklärte laut AP vor Gericht, nicht schuldig zu sein. Am 4. Mai erschossen Beamte des Secret Service zudem einen Mann nahe dem Washington Monument, der zuvor auf Beamte geschossen haben soll. Dabei wurde laut AP ein Jugendlicher verletzt; ein Mann aus dem texanischen Midland wurde angeklagt.
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