Krypto-Markt

Bitcoin-Beben: Wer auf den Absturz wettete, verlor in einer Stunde 262 Millionen Dollar

Bitcoin auf Achtmonatshoch: Short-Liquidationen, sinkender Ölpreis und 50-Wochen-Linie treiben den Kurs. Was Anleger jetzt wissen sollten.

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Bitcoin auf dem Weg nach oben: Die Kryptowährung ist seit Montag so viel wert wie seit Januar nicht mehr. (Symbolbild)

Bitcoin auf dem Weg nach oben: Die Kryptowährung ist seit Montag so viel wert wie seit Januar nicht mehr. (Symbolbild)

© Imago

Sie haben auf den Absturz gewettet. Dann kam der Montag – und für Tausende Krypto-Händler wurde er zum teuersten Tag seit Monaten.

Bitcoin schoss innerhalb weniger Stunden über 87.000 US-Dollar. Allein in einer einzigen Stunde wurden Wetten auf fallende Kurse im Wert von rund 262 Millionen Dollar zwangsweise aufgelöst, berichtet das Kryptoportal BeInCrypto unter Berufung auf den Datendienst Coinglass.

Bitcoin-Kurs: Plus von fast 50 Prozent seit Juni

Wer im Juni gekauft hat, reibt sich jetzt die Augen. Damals lag Bitcoin zeitweise bei nur rund 59.000 Dollar – seitdem ging es um fast 50 Prozent nach oben.

In Euro kletterte der Kurs laut BTC-Echo in der Spitze auf gut 76.000 Euro, zuletzt lag er bei rund 75.300 Euro. Das ist der höchste Stand seit Januar.

Die Pessimisten schieben den Kurs selbst an

Der Mechanismus dahinter klingt absurd, ist aber an Kryptobörsen Alltag. Wer auf fallende Kurse setzt, eröffnet eine sogenannte Short-Position – oft mit geliehenem Geld und hohem Hebel.

Steigt der Kurs stattdessen, schmilzt die Sicherheitsleistung. Die Börse schließt die Wette automatisch, und dafür muss sie Bitcoin kaufen. Diese Zwangskäufe treiben den Preis weiter, was die nächsten Wetten platzen lässt.

Fachleute nennen das Short-Squeeze. Über den gesamten Kryptomarkt und 24 Stunden gerechnet summierten sich die aufgelösten Short-Wetten laut Coindesk auf rund 648 Millionen Dollar.

Zinserhöhung? Bitcoin ist das gerade egal

Eigentlich hätte Bitcoin fallen müssen. Die US-Notenbank Fed hatte am 16. September den Leitzins auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben – die erste Erhöhung seit Juli 2023.

Höhere Zinsen machen riskante Anlagen normalerweise unattraktiv. Doch der Ölpreis fiel vier Handelstage in Folge, die Inflationsangst ließ nach, und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen rutschte wieder unter fünf Prozent.

Mehrmals war Bitcoin zuvor an der Marke von 82.000 Dollar abgeprallt. Diesmal brach der Kurs durch.

Das Signal, auf das Charttechniker gewartet haben

Bitcoin schloss die vergangene Woche erstmals seit 45 Wochen über seinem 50-Wochen-Durchschnitt. Für viele Analysten ist das eine wichtige Wegmarke.

Alex Thorn, Forschungschef beim Krypto-Finanzhaus Galaxy, sieht darin laut BeInCrypto einen Hinweis, dass der Tiefpunkt des Abwärtstrends erreicht ist. Bis zum Rekordhoch vom Oktober 2025 mit gut 126.000 Dollar fehlen allerdings noch rund 30 Prozent.

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Extreme Gier: Jetzt droht die Gegenbewegung

Die Stimmung ist binnen Tagen gekippt. Der Fear-and-Greed-Index steht laut dem Portal Coingabbar bei 78 Punkten – im Bereich „extreme Gier“.

Genau das macht Beobachter nervös. Viele Händler setzen nun mit hohem Hebel auf weiter steigende Kurse, Coindesk verweist auf stark gestiegene Finanzierungskosten dafür. Kippt der Kurs, läuft dieselbe Kettenreaktion rückwärts – und dann trifft es die Optimisten.

Auffällig ruhig bleiben die Großanleger. In die US-Bitcoin-ETFs flossen in der vergangenen Woche netto nur rund sechs Millionen Dollar.

90.000 Dollar als nächste Hürde

Als nächstes Ziel gilt unter Analysten die Marke von 90.000 Dollar. Nach unten achten viele auf den Bereich um 82.000 Dollar, an dem Bitcoin zuvor mehrfach gescheitert war.

Wie schnell es in beide Richtungen gehen kann, hat dieser Montag gezeigt.

Dieser Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung.

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