Die Kryptowährung Bitcoin hat erstmals die 100.000-Dollar-Schwelle überschritten. Der Kurs stieg am Donnerstag im frühen Handel an den asiatischen Börsen auf 102.700 Dollar (rund 97.600 Euro). Der Rekordkurs schien mit der Nachricht einherzugehen, dass der designierte US-Präsident Donald Trump den Krypto-Befürworter Paul Atkins zum Chef der Börsenaufsicht SEC machen will.
Am Tag der US-Präsidentschaftswahl Anfang des Monats kostete ein Bitcoin unter 70.000 US-Dollar. Nach Trumps Wahlsieg am 5. November zog der Kurs deutlich an, war aber zuletzt unter der 100.000-Dollar-Marke verharrt. Der künftige Präsident hatte im Wahlkampf angekündigt, die Regulierung von Kryptowährungen zu lockern und die USA zum weltweiten Zentrum „für Krypto und Bitcoin“ zu machen.
Trump setzt sich damit von der Regierung des scheidenden US-Präsidenten Joe Biden ab, die eine Regulierung der Kryptowährungen befürwortet. Sie ermöglichen digitalen Zahlungsverkehr, ohne dass dieser von Banken kontrolliert wird.
Paul Atkins: Trump nominiert kryptofreundlichen Anwalt für Vorsitz von US-Börsenaufsicht
Am Mittwoch nominierte Trump den Anwalt Paul Atkins für den Vorsitz der US-Börsenaufsicht SEC. „Paul ist eine bewährte Führungspersönlichkeit, die sich für vernünftige Regulierungen einsetzt“, erklärte der designierte Präsident. Atkins setze sich für „robuste, innovative“ Kapitalmärkte ein und erkenne an, dass „digitale Vermögenswerte und andere Innovationen entscheidend“ seien. Die Verkündung wurde sogleich von der Kryptowährungsindustrie begrüßt. Die Chefin der Organisation Blockchain Association, Kristin Smith, nannte Atkins eine „exzellente“ Wahl.
Paul Atkins: Am Mittwoch nominierte Trump den als kryptofreundlich geltenden Anwalt für den Vorsitz der US-Börsenaufsicht SEC.
© Brendan Hoffman/AFP
Atkins war von 2002 bis 2008 SEC-Kommissar und gründete im Jahr 2009 die Risikoberatungsfirma Patomak Global Partners, unter deren Kunden Unternehmen der Banken- und Kryptowährungsindustrie sind. Nach Angaben von Trumps Übergangsteam war Atkins Co-Vorsitzender der Digitalen Handelskammer, die die Nutzung digitaler Vermögenswerte bewirbt.
Der bisherige SEC-Vorsitzende Gary Gensler hatte den Rücktritt von seinem Posten für Januar angekündigt – und war damit einer Entlassung durch Trump zuvorgekommen.
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Elon Musk ist auch ein Krypto-Befürworter
Nach Angaben der US-Wahlkampfbehörde FEC steckten kryptofreundliche Gruppen 245 Millionen Dollar in Trumps Wahlkampf. Gemeinsam mit seinen drei Söhnen gründete Trump jüngst eine eigene Krypto- und Investitionsplattform namens World Liberty Financial. Auch der von Trump zum Regierungsberater ernannte Tech-Milliardär Elon Musk ist ein erklärter Krypto-Freund.
Die vergangenen Jahre unter Gensler seien „ein ununterbrochener Anti-Krypto-Kreuzzug“ gewesen, „der zu einem Innovationsstillstand und unkalkulierbaren Arbeitsplatz-, Talent- und Wirtschaftsverlusten geführt hat“, erklärte Blockchain-Association-Chefin Smith im Onlinedienst X.
Besorgt über Atkins Nominierung äußerte sich die demokratische Senatorin Elizabeth Warren. Atkins habe sich während der letzten Finanzkrise gegen Bußgelder für große Konzerne ausgesprochen, trotz deren Fehlverhaltens.
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