ULRICH PAUL hält nichts vom Boulevard der Stars auf einer geplanten Straßenbahntrasse.Berlin ist reich an Ideen, doch nicht jede Idee sollte unbedingt realisiert werden. Dazu gehört der Plan des Senats, auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße einen "Boulevard der Stars" anzulegen, auf dem jedes Jahr zirka zwölf Film- und Fernsehschaffende gewürdigt werden sollen. Gegen eine Würdigung der Stars ist selbstverständlich nichts einzuwenden. Der vom Senat favorisierte Standort ist dafür aber ungeeignet.Zum einen sind in Berlin würdigere Ort für die Stars vorstellbar als der vom Verkehr umtoste Mittelstreifen zwischen Sony Center und Daimler-City. Zum anderen erinnern wir uns noch gut daran, dass der Senat auf dem Mittelstreifen ja irgendwann mal die Straßenbahn fahren lassen wollte. Das war eine wirklich gute Idee. Sie war so gut, dass der frühere Stadtentwicklungssenator Peter Strieder sogar schon ein paar Schienen in der Leipziger Straße verlegen ließ. Zum Glück erinnert sich die Stadtentwicklungsverwaltung noch heute an die alten Straßenbahnpläne. Man halte weiter an ihnen fest, sie seien aber "sehr langfristig", sagte ein Behördensprecher am Freitag. Wenn die Straßenbahn gebaut werde, soll der Boulevard der Stars wieder verlegt werden. Das ist Berliner Behördenlogik. Wie wäre es, den Boulevard der Stars gleich an einem Ort anzulegen, wo er bleiben kann? Berlin hat schließlich genug Provisorien.
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