BERLIN. Immer mehr Bundesbürger werden Opfer von Anlagebetrügern: Wie der Bankenverband mitteilte, stieg die Zahl der offiziell erfassten Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrugsdelikte nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) 2006 im Vergleich zum Vorjahr um fast 70 Prozent auf 18 115. Der entstandene Schaden belief sich auf rund 500 Millionen Euro. Und dies sei nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer liege weitaus höher. Hauptgrund: Viele Geschädigte würden den Betrug erst gar nicht bei der Polizei melden.Dabei seien Betrugsanzeigen durchaus Erfolg versprechend: Nahezu alle angezeigten Anlagebetrugsdelikte konnten aufgedeckt werden (99,6 Prozent). Die geprellten Anleger allerdings sahen ihr Geld oft nicht wieder.Drohender TotalverlustAnleger sollten deshalb Warnsignale dringend beachten, empfiehlt das BKA. So sei tiefes Misstrauen angezeigt, wenn der Anbieter telefonisch Kontakt mit dem potenziellen Kunden aufnehme, denn dies sei gesetzlich verboten. Vorsicht sei auch bei hohen Gewinnversprechen geboten: So würden astronomische Renditen viele Anleger zu übereilten Entscheidungen hinreißen. Als Faustregel gelte: Je höher das Gewinnversprechen, desto größer das Verlustrisiko. Renditegarantien im zweistelligen Prozentbereich seien in jedem Fall unseriös.Hohe Provisionen deuteten darauf hin, dass der Berater den eigenen Gewinn und nicht den des Kunden im Visier habe. Misstrauen sei auch angezeigt, wenn die Firmen ihren Geschäftssitz in exotischen Ländern haben. Denn dann können geschädigte Kunden rechtliche Ansprüche nur schwer durchsetzen. Häufig setzen Betrüger Anleger laut BKA auch unter Zeitdruck, in dem sie ihnen vorgaukeln, dass nur ein schneller Vertragsabschluss hohe Gewinne garantiere. Ein anderer Trick: Nach einem ersten lukrativen Geschäft mit geringem Kapitaleinsatz unterbreiten Betrüger dem Kunden ein neues Angebot - bei dem sie deutlich mehr einsetzen müssen. Dieses Geld jedoch sehen sie dann oft nicht wieder. (sw.)
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