Comeback

Kopfschmerzen im Hinterkopf – sieben Tage später war er blind

Nach einer Infektion erblindet: Wie Eliud Villa Garcia in Phoenix mit selbst gemachten Tortillas seine Familie ernährt und die Wohnung zurückholt.

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Handgemachte Weizentortillas – Eliud Villa Garcia macht in Phoenix Dutzende davon am Tag (Symbolbild).

Handgemachte Weizentortillas – Eliud Villa Garcia macht in Phoenix Dutzende davon am Tag (Symbolbild).

© Nicholas J Klein/Imago

Dienstag bis Samstag, ab zehn Uhr, Ecke 43rd Avenue und Bethany Home Road im Westen von Phoenix. Dort verkauft Eliud Villa Garcia Weizentortillas, die er selbst gemacht hat. Der US-Fernsehsender 12News hat ihn an seinem Stand besucht.

Feierabend ist, wenn nichts mehr da ist. Wer davor stehen bleibt und wer weitergeht, bekommt er nur über die Ohren mit.

Infektion in Phoenix: „Innerhalb einer Woche wurde alles dunkel“

2022 fing es mit einem Ziehen im Hinterkopf an. Dabei blieb es nicht.

Alles habe sich entzündet, erzählt Villa Garcia, dann sei die Sehkraft gegangen: „Innerhalb einer Woche wurde alles dunkel.“

Im Krankenhaus hörte die Familie, wie knapp es war. Ohne Behandlung wäre er gestorben, sagten die Ärzte. Welche Infektion es genau war, ist bis heute nicht öffentlich benannt.

Nach der Erblindung: erst der Job weg, dann die Wohnung

15 Jahre lang hatte Villa Garcia Wände und Fenster für Malerarbeiten vorbereitet. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wollte er zurück in den Beruf.

Der Versuch endete damit, dass er stürzte und gegen Dinge lief.

Ohne sein Einkommen war die Miete nicht mehr zu halten. Die Familie zog bei der Schwester seiner Frau ein.

„Das waren sehr harte Zeiten“, sagt Adalberta Martinez Zuniga, seine Ehefrau. Die Kinder seien damals noch kleiner gewesen.

Sie und der gemeinsame Sohn wurden zu den Hauptverdienern. Villa Garcia saß daneben und fand sich damit nicht ab.

Tortillas ohne Augenlicht: die Küche musste umgebaut werden

Also brachte er sich das Tortillabacken bei, ohne etwas zu sehen. Die Küche wurde so umgeräumt, dass er darin allein zurechtkommt.

Seitdem entstehen dort an fast jedem Tag Dutzende Fladen aus Weizenmehl.

Fragt man ihn, wie das funktionieren soll, verweist er auf seinen Glauben an Jesus Christus. Eine technischere Antwort hat er nicht anzubieten, und er wirkt auch nicht so, als bräuchte er eine.

Wer schon einmal mit vollem Blick auf den Teig eine halbwegs runde Tortilla hinbekommen wollte, ahnt immerhin, wie viel Übung dahintersteckt.

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50 Dollar am Tag – und die eigene Wohnung zurück

Reich wird damit niemand. Rund 50 bis 60 Dollar bringe ein Verkaufstag ein, umgerechnet grob 45 bis 55 Euro.

Er arbeite gern hart, sagt Villa Garcia, und das Geld gehe an die Familie.

Zwei Jahre steht er inzwischen an dieser Kreuzung. Vor etwa einem halben Jahr konnte die Familie zurück in eine eigene Wohnung ziehen.

Tochter Irene sagt, ihr Vater habe sich davon nicht kleinkriegen lassen. Nichts sei für immer, egal wer einem etwas anderes erzähle.

Warum der Tortilla-Stand in Phoenix mehr ist als ein Nebenverdienst

Das Bemerkenswerteste an dieser Geschichte ist nicht die Rechnung, die am Ende aufgeht, sondern der Grund, den Villa Garcia selbst angibt.

Zu Hause werde er unruhig, sagt er. Draußen sei er glücklich, weil er dort mit Leuten reden kann.

Eine Operation könnte einen Teil der Sehkraft zurückbringen, haben ihm Ärzte in Aussicht gestellt. Garantiert ist nichts.

Bis dahin gilt der Fahrplan, den er sich selbst gegeben hat: ab zehn, bis alles weg ist.

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