Seit Montag ist die Polizei bundesweit verstärkt Temposündern auf der Spur. Die als Speedweek oder Blitzermarathon bekannte Aktion läuft bis zum kommenden Sonntag – und fällt diesmal mitten in die Ferienzeit. Das trifft besonders viele Urlauber auf dem Weg in oder aus dem Urlaub.
Nach Angaben des Autofahrerclubs ADAC beteiligen sich die meisten Bundesländer, allerdings nicht alle. Das erklärte Ziel von Polizei und Innenministerien: die Zahl schwerer Verkehrsunfälle senken. Denn unangepasste Geschwindigkeit gilt als eine der häufigsten Unfallursachen. Wer jetzt zu schnell fährt, muss mit teuren Konsequenzen rechnen – bis hin zum Fahrverbot.
Welche Bundesländer beim Blitzermarathon 2026 mitmachen
Fast ganz Deutschland kontrolliert. Nach Angaben des ADAC sind bundesweit nur drei Länder nicht dabei: Bayern, Sachsen und das Saarland.
Alle übrigen Bundesländer beteiligen sich an der Speedweek. Ausdrücklich genannt werden unter anderem Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Anders als bei der Aktion im Frühjahr gibt es diesmal laut ADAC keinen einzelnen Hauptkontrolltag. Kontrolliert wird also durchgehend über die gesamte Woche.
Wo jetzt besonders kontrolliert wird
Wo genau die Blitzer stehen, verraten die Behörden bewusst nicht. Die Innenministerien von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen teilten die Standorte mobiler und stationärer Blitzer nicht vorab mit.
Klar ist aber, worauf sich die Kontrollen konzentrieren. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Fokus auf unfallträchtigen Streckenabschnitten und Gebieten mit besonderer Gefährdungslage. Besonders im Blick: Straßen rund um Schulen, Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser und Baustellen.
Blitzermarathon: Hier wird besonders kontrolliert
- Brandenburg: Bernau bei Berlin, Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde, Falkensee, Frankfurt (Oder), Fürstenwalde, Königs Wusterhausen, Oranienburg, Potsdam, Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften mit Alleecharakter Fokus neben Geschwindigkeitsverstößen auch aggressives Fahren (Drängen, Abstand)
- Mecklenburg-Vorpommern: Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Greifswald, Stralsund, vorrangig Geschwindigkeitskontrollen
- Sachsen-Anhalt: Halle (Saale), Magdeburg, Dessau-Roßlau, Stendal, kein thematischer Schwerpunkt genannt
- Thüringen: Keine örtlichen Schwerpunkte genannt
In Brandenburg zielt die Polizei nicht nur auf Autobahnen. „Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere Alleen, konzentrieren“, sagte Peggy Baier, Leiterin der Verkehrspolizei in der Polizeidirektion West. Kontrolliert wird auf Autobahnen, Bundesstraßen und innerörtlichen Straßen gleichermaßen.
Diese Strafen und Fahrverbote drohen
Schon kleine Verstöße werden teuer. Laut aktuellem Bußgeldkatalog werden bereits bei bis zu zehn Kilometer pro Stunde zu viel innerorts 30 Euro fällig.
Richtig heikel wird es früher, als viele denken: Ein Fahrverbot von einem Monat ist unter bestimmten Voraussetzungen schon ab einer Überschreitung von 26 Kilometern pro Stunde möglich.
Warum überhaupt so streng kontrolliert wird
Hinter der Aktion steht eine ernste Bilanz. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg die Zahl der Verkehrstoten 2025 leicht auf 2832 – das sind 62 mehr als 2024 mit 2.770 Getöteten.
Zum Vergleich: 1995 starben noch 9500 Menschen im Straßenverkehr. Der Trend ist über die Jahrzehnte also klar gesunken, zuletzt aber wieder leicht gestiegen.
Der Blitzermarathon ist keine deutsche Einzelaktion. Die Speedweek ist eine europaweit abgestimmte Aktion des Polizeinetzwerks Roadpol, die jedes Jahr im April und August stattfindet.
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