Blödsinnige Butterfahrt

Reinhard Lüke
2 Min

ZWEI DICKKÖPFE MIT FORMAT, ARD. Ob Klausjürgen Wussow und Harald Juhnke das schauspielerische Format von Jack Lemmon und Walter Matthau haben, darf bezweifelt werden. Aber zumindest Juhnke hat doch in jüngster Vergangenheit in verschiedenen Rollen durchaus eindrucksvoll bewiesen, dass mehr in ihm steckt als der ewige Charmeur mit Alkoholproblem. So durfte man von der Idee, dieses Seniorenduo für eine Komödie vor die Kamera zu holen, doch immerhin halbwegs passable Unterhaltung erwarten. Und Ruth Maria Kubitschek würde dabei als Frau an ihrer Seite doch auch irgendwie mithalten können.Dazu gehörte allerdings nicht viel. Denn die Geschichte (Buch: Doris J. Heinze) um zwei abgebrannte Finanzbeamte a.D., die sich (ausgerechnet!) auf einem Kreuzfahrtschiff eine Millionärin angeln wollen, entpuppte sich schon bald als gänzlich fader Quark. Mochte man die Eingangsbemerkung "Mensch, das sieht ja aus wie s Traumschiff" noch für einen (müden) Scherz halten, wurde doch rasch klar, dass es hier wirklich zugehen würde wie auf dem ZDF-Seelenverkäufer. Das Figurenkabinett, das über Bord schlurfte, setzte sich vom zankenden Ehepaar bis zum gestressten Unternehmer aus den üblichen Verdächtigen zusammen und verströmte den Charme einer Butterfahrt. Mittendrin ein sonnenbebrillter Finsterling im schwarzen Anzug. Der führte natürlich Böses im Schilde, war irgendwie von der Mafia, hatte gleich mehrere Koffer mit Schwarzgeld dabei und sollte wohl für so etwas wie Spannung sorgen, als die Komödie längst gestorben war.Besser gesagt: Sie war von vornherein eine Totgeburt. Die grotesken Dialoge, die zwischen Kalendersprüchen ("Gefühle sind unberechenbar.") und angestrengten Witzigkeiten ("Der ist nervös wie n Hähnchen, das am Grill vorbei kommt.") dahinplätscherten, konnten von einer gänzlich uninspirierten Regie (Vera Loebner) auch nicht zum Leben erweckt werden. Inmitten der Tristesse mühten sich die beiden "Dickköpfe" Wussow und Juhnke nach Kräften um Profil, wurden aber von Buch und Regie hemmungslos auf Knallköppe reduziert. Aus diesen Rollen hätten auch Lemmon und Matthau nichts machen können. Aber die hätten das Drehbuch auch gleich in den Müll geworfen.

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