Im Frühling des Jahres 1905 wollten vier Studenten der Architektur in Dresden nicht mehr der steifen Konvention gehorchen: keine wilhelminischen Bau-Kopien, keine konservative Stilistik beim Malen und Zeichnen mehr. Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl und später auch Max Pechstein, Otto Mueller und weitere Freunde zogen mit ihren Malutensilien hinaus aus den miefigen Akademiesälen ins Freie, an die Moritzburger Teiche. Und mit ihnen junge, unverklemmte Modelle, Kindfrauen wie Marcella oder Fränzi, das Roma-Mädchen. Auf der Wiese vorm Schilfgürtel wurde Akt gezeichnet, spontan und lebhaft im Ausdruck. Berufsmodelle mit „Atelierdressur“(O-Ton Kirchner) und anatomische Exaktheit lehnte die Gruppe ab. Und selbstredend haben alle nackt gebadet. Was für ein Skandal im kunst-hehren Dresden und überhaupt im prüden Kaiserreich.
Ausstellung
120 Jahre Expressionismus: Wie die Malerei der „Brücke“ David Bowies „Heroes“ inspirierte
Das Dahlemer Brücke-Museum feiert das Jubiläum der Künstlergruppe mit einer experimentierfreudigen Mitmachschau. Kai Wegner und Jenny Erpenbeck sind auch dabei.
6 Min
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Max Pechstein: „Zirkus“, 1911, Aquarell über Kreide auf Papier
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025/Brücke- Museum Sammlung/Pechstein – Hamburg/Berlin
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