Hollywood trauert um eine Design-Legende. Bob Mackie, der Mann, der so gut wie jede glitzernde Diva in der Unterhaltungsindustrie einkleidete, ist gestern gestorben.
Im Alter von 87 Jahren starb Mackie infolge einer Lungenentzündung im Krankenhaus, wie die New York Times Mackies jahrelangen Designchef zitiert. Ein Beitrag auf seinem Instagram-Kanal nimmt Abschied von dem Ausnahmedesigner: Er habe sich seinen Traum erfüllt, Mode- und Kostümdesigner zu sein – alles, was er je sein wollte.
Vom Zeichner zum Kostümdesigner der Stars
Der 1939 in Kalifornien geborene Bob Mackie widmete sich schon früh dem Zeichnen und kam durch Technicolor-Musicals im Kino zu seiner Faszination für Kostümdesigns.
Er besuchte das Pasadena City College und danach das Chouinard Art Institute, brach das Studium jedoch ab, um für Filmkostümbildner wie Jean Louis und Edith Head zu skizzieren.
Für Schauspielerin Mailyn Monroe arbeitete er beispielsweise im Auftrag von Designer Jean Louis an dem Entwurf für das ikonische, eng anliegende und mit Strasssteinen besetzte Kleid mit, in dem sie im Mai 1962 „Happy Birthday Mr. President“ für US-Präsident John F. Kennedy sang.
1962: Marilyn Monroe singt „Happy Birthday“ für Präsident John F. Kennedy in einem eng anliegenden, glitzernden Kleid – erstmals skizziert von Bob Mackie.
© Cinema Publishers Collection
Bis in die 70er-Jahre arbeitete er für verschiedene Fernsehshows, bevor er ab 1971 den unverwechselbaren Look von Cher prägte, der zum Markenzeichen beider wurde.
Mit seinen Designs war Mackie drei Mal für den Oscar nominiert, außerdem 30-mal für den Emmy, den er neun Mal gewann. Einen der Emmys erhielt er für ein transparentes Kleid mit Fledermausärmeln, das Barbra Streisand in „Funny Lady“ trug.
Barbra Streisand trägt in „Funny Lady“ ein schwarzes Bob Mackie-Kleid, mit Pailletten besetzt und mit Fledermausärmeln versehen.
© Imago/Allstar
Die ewige Muse: Cher
Mackie galt als einer der bekanntesten Kostümdesigner Hollywoods. Besonders eng verbunden war er mit Cher, für die er 40 Jahre lang zahlreiche schillernde, mit Federn und Strass besetzte Bühnen- und Fernsehoutfits entwarf. Er prägte den einzigartigen Look der erfolgreichen Sängerin maßgeblich mit.
Besonders legendär war sein Look für Cher zur Oscar-Verleihung 1986: Ein schwarzes, mit Pailletten übersätes bauchfreies Kleid, dazu ein pompöser Federkopfputz.
Auf X verabschiedete sich die Pop-Ikone in einem emotionalen Beitrag von ihrem langjährigen Designer und Freund: „Mein lieber Bob ist in den Himmel aufgestiegen. So wie ich ihn kenne, bringt er Pailletten, Perlen und seinen Skizzenblock mit. Gute Nacht, süßer Prinz.“
Dolly Parton: Das waren ihre besten Looks
100 Jahre Marilyn Monroe: Die Blaupause, die niemand übertrifft
Sultan der Pailletten
Auch Stars wie Tina Turner, Elton John und Diana Ross trugen seine unverwechselbaren, extravaganten Designs mit Federn, Pailletten und Strass, die ihm zu seinem Spitznamen „Sultan der Pailetten“ verhalfen.
In einem Instagram-Beitrag schreibt sein langjähriger Kunde Elton John über ihn: „Bob hatte eine außergewöhnliche Vision, und die Verarbeitung war unglaublich. Ich glaube, ich habe nie ein Bob-Mackie-Outfit getragen, bei dem etwas abgefallen wäre – nicht ein Paillette, nicht ein Strasssteinchen, nichts. Seine Kleider waren so wunderschön gemacht. Er liebte Glamour genauso wie ich, aber vor allem hatten wir den gleichen Sinn für Humor und so viel Spaß miteinander.“
Ein bleibendes Vermächtnis
Bob Mackie hinterlässt ein Vermächtnis, das weit über die roten Teppiche Hollywoods hinausreicht. Seine Handschrift – Federn, Strass, Pailletten und der Mut zu maximalem Glamour – prägt bis heute, wie sich Stars auf großen Bühnen inszenieren.
Auch eine neue Generation von Popstars wie Sabrina Carpenter, Taylor Swift und Ariana Grande setzte schon auf seine Entwürfe. Und so wird Mackie noch lange weiterleben: Solange jemand die Bühne betritt und funkeln will, ist er im Raum.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]