BERLIN, 7. Mai. Der kanadische Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation will nach der Übernahme der Deutschen Waggonbau AG (DWA) seinen Umsatz innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppeln. Jährlich würden Wachstumsraten von 15 Prozent angestrebt, sagte Präsident Jean-Yves Leblanc am Mittwoch abend in Berlin. Bombardier Transportation setzte 1996/97 etwa 2,9 Milliarden Mark um. Das Unternehmen sei der zweitgrößte Schienenfahrzeughersteller im Personenverkehr. Ziel sei, die Nummer eins zu werden. Insgesamt beschäftigt Bombardier Transportation in Europa rund 8 500 Mitarbeiter.Plus bei Umsatz und GewinnAuch von der DWA werden in den nächsten Jahren deutliche Steigerungen erwartet. Der ostdeutsche Schienenfahrzeuganbieter erreichte im vergangenen Jahr 1,1 (Vorjahr: 0,9) Milliarden Mark Umsatz. Für 1998 rechnet DWA-Vorstandschef Peter Witt mit einem Plus von fünf Prozent. Er stellte zugleich klar, daß auf Grund des Preisverfalls in der Branche dennoch bei der Auftragseinnahme "vorsichtig" vorgegangen werden soll.Der Gewinn, der im letzten Jahr bei 50 Millionen Mark lag, soll weiter ausgebaut werden. Ziel sei eine Umsatzrendite von fünf Prozent. Witt stellte angesichts der gut laufenden Geschäfte eine weitere Aufstockung des Personals in Aussicht. Seit Anfang 1997 hat die DWA 300 Mitarbeiter neu eingestellt und damit den Personalbestand auf jetzt knapp über 4 000 erhöht.Leblanc sagte, daß es "definitiv keine Pläne" gebe, irgendein Werk der DWA in Deutschland zu schließen. Die regionalen Stärken und Ressourcen der einzelnen Standorte sollen ebenso genutzt werden wie weltweite Synergieeffekte der Bombardier-Gruppe. Als Beispiel führte Leblanc das Berliner DWA-Werk Faga an, dessen Möglichkeiten zur Herstellung elektrotechnischer Komponenten innerhalb der Bombardier-Gruppe bekanntgemacht und genutzt werden könnten. Service wird erweitertLeblanc sagte zugleich, daß Bombardier insbesondere das Dienstleistungsgeschäft ausbauen will. Instandhaltung und Betrieb von Zugverbindungen würden immer größere Bedeutung erlangen, auch in Europa.Die neue Gruppe Continental Europe von Bombardier Transportation soll laut Leblanc ihre Aktivitäten in Osteuropa erweitern. In diesen Ländern soll die Markterschließung vorangetrieben werden. Zu Continental Europe gehören die DWA sowie Talbot in Deutschland und die österreichische Firma BWS. Zum Chef dieser Bombardier-Gruppe war vor wenigen Tagen DWA-Vorstandsvorsitzender Witt erannt worden. Die Waggonbau AG hält selbst Beteiligungen an Schienenfahrzeug-Werken in St. Petersburg und in Tschechien. Leblanc sagte, die Strategie, in Osteuropa zu produzieren, könne durchaus ausgebaut werden.
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