Bei den laufenden Vorbereitungen für den Wiederaufbau der Carolabrücke, die 2025 teilweise eingestürzt war, sind auf der Neustädter Elbseite zwei Verdachtsstellen entdeckt worden, die auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hindeuten könnten. Laut Michael Katzsch, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes, könnten im schlimmsten Fall Evakuierungen notwendig werden, die etwa 18.000 Menschen betreffen würden.
Dresden ist im Umgang mit Bombenfunden erfahren. Allein im vergangenen Jahr wurden an der alten Carolabrücke mehrere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Zwei davon mussten entschärft werden, was jeweils zu Großeinsätzen und umfangreichen Evakuierungsmaßnahmen im Stadtzentrum führte. Dieses Mal versucht die Stadt möglichst vorausschauend handeln, um unvorhergesehene Komplikationen zu vermeiden.
Seit Oktober 2025 werden die Baufelder der Brücke auf mögliche Kampfmittel untersucht. Während auf der Altstädter Seite keine gefährlichen Funde gemacht wurden, stießen Experten auf 31 sogenannte Störstellen auf der Neustädter Elbseite, von denen 29 bereits als unkritisch eingestuft wurden. Die verbleibenden zwei Stellen, die sich in einer Tiefe von zwei bis vier Metern befinden, sollen ab dem 9. März 2026 näher untersucht werden. Erst dann wird sich zeigen, ob es sich tatsächlich um Bombenblindgänger handelt.
Stadt will über möglichen Ernstfall informieren
Sollte dies der Fall sein, müsste im Umkreis von 1.000 Metern um die Fundstelle evakuiert werden. Betroffen wären neben Wohngebieten auch neun Pflegeheime, mehrere Schulen und Kindertagesstätten sowie Landesbehörden, Gerichte und das Neue Rathaus. Sicherheitsbürgermeister Jan Pratzka (CDU) betonte, dass die Stadt frühzeitig informiert, um Überraschungen zu vermeiden.
Die Stadtverwaltung rät den Anwohnern, sich schon jetzt auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Dies schließt Absprachen mit Freunden oder Verwandten über vorübergehende Unterkünfte ein, da die Räumung im schlechtesten Fall länger als 24 Stunden dauern könnte. Für Personen ohne alternative Unterbringungsmöglichkeit wird eine Notunterkunft in der Messe Dresden eingerichtet.
Die Stadt will in einem möglichen Ernstfall über Warn-Apps, soziale Medien sowie die lokalen Medien informieren. Zusätzlich wurde eine Bürgerhotline eingerichtet, die Fragen beantwortet und kontinuierlich über den Stand der Arbeiten informiert. Ob tatsächlich Blindgänger gefunden werden, wird sich Anfang März zeigen. Bis dahin bleibt Dresdens Neustädter Elbufer ein Bereich, der unter besonderer Beobachtung steht.
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