Die Wirtschaftsauskunftei Schufa öffnet ab heute ihre bislang weitgehend undurchsichtige Bewertungsmethode für Verbraucher. Nach eigenen Angaben sollen auch Laien künftig ohne großen Aufwand nachvollziehen können, wie ihre persönliche Kreditwürdigkeit berechnet wird.
Konkret legt die Schufa zwölf Kriterien offen, auf deren Grundlage Punkte vergeben werden. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem, wie lange die aktuelle Wohnadresse besteht, seit wann eine Kreditkarte oder ein Bankvertrag geführt wird, wie viele Anfragen und Abschlüsse für Konten oder Kreditkarten vorliegen, ob Ratenkredite aufgenommen wurden und ob es in der Vergangenheit zu ausgebliebenen Zahlungen kam.
Bewertung spielt zentrale Rolle für Menschen im Alltag
Die Schufa stellt den neuen, vereinfachten Score kostenfrei zur Verfügung. Verbraucher können damit erstmals selbst nachrechnen, wie ihre Bonitätsbewertung zustande kommt.
Die Schufa-Bewertung – der sogenannte Score – spielt für Millionen Menschen in Deutschland eine zentrale Rolle im Alltag: Er entscheidet mit darüber, ob jemand einen Mietvertrag erhält, einen Kredit aufnehmen kann oder einen Mobilfunkvertrag abschließen darf. Bislang war die genaue Berechnungsmethode für Außenstehende kaum durchschaubar, was regelmäßig für Kritik sorgte.
Mit dem Schritt hin zu mehr Transparenz reagiert die Auskunftei auf eine seit Jahren geführte Debatte über die Nachvollziehbarkeit automatisierter Bewertungsverfahren. Auch der Europäische Gerichtshof hatte sich zuletzt mit der Frage beschäftigt, inwieweit Scoring-Verfahren für Betroffene verständlich sein müssen.
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