Polen

Brand in polnischer Drohnenfabrik: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Sabotage

Nach einem Feuer in einem Werk des Rüstungskonzerns WB Electronics prüfen polnische Behörden eine gezielte Brandstiftung im Auftrag eines fremden Geheimdienstes.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Ansicht eines Gebäudes im Werk der WB Group in Skarzysko-Kamienna

Ansicht eines Gebäudes im Werk der WB Group in Skarzysko-Kamienna

© Adam Kumorowicz/dpa

Nach einem nächtlichen Brand in einer polnischen Drohnenfabrik ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Terrorismus und Spionage für einen fremden Geheimdienst. Ein Staatsanwalt der Krakauer Abteilung für organisierte Kriminalität und Korruption habe am Montag ein entsprechendes Verfahren eingeleitet, teilte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Przemysław Nowak, mit.

Nach polnischem Recht droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe.

Feuer in Lagerhalle von WB Electronics

Der Brand war in der Nacht zum Montag im Werk der Firma WB Electronics in Skarżysko-Kamienna rund 150 Kilometer südlich von Warschau ausgebrochen. Ein Wachmann bemerkte das Feuer auf den Überwachungsmonitoren, gleichzeitig schlug die Einbruchmeldeanlage an, wie der Sender TVN24 berichtet.

Die Feuerwehr brachte die Flammen rasch unter Kontrolle, verletzt wurde niemand. Betroffen waren Lagerräume. Den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf mindestens 15 Millionen Zloty, umgerechnet rund 3,5 Millionen Euro.

Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass ein Brandsatz mit leicht entzündlichen Stoffen deponiert wurde. Überwachungskameras sollen einen maskierten Mann mit Rucksack zeigen, wie der Sender RMF FM meldet.

Der Sprecher des polnischen Geheimdienstkoordinators sagte der dpa, es sei noch zu früh, um sicher von Sabotage zu sprechen. Beschuldigte gibt es bislang nicht. An den Ermittlungen sind auch der Inlandsgeheimdienst ABW und die Polizei der Woiwodschaft Kielce beteiligt.

Zulieferer für Polens Armee

WB Electronics gehört zur WB Group, dem größten privaten Rüstungsunternehmen des Landes. Im Werk in Skarżysko-Kamienna werden Bauteile für Drohnen der polnischen Streitkräfte gefertigt. Verzögerungen bei den Lieferungen an die Armee erwarte er nicht, sagte Konzernsprecher Remigiusz Wilk dem Sender TVN24.

Wie die dpa berichtet, wirft die polnische Regierung russischen und belarussischen Diensten seit Monaten vor, Agenten für Sabotageakte ins Land zu schleusen.

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